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Lokführer erhält wegen einer Minute Verzug weniger Lohn

Nachdem der Angestellte mit einem leeren Zug falsch abgebogen war, kam es zu einer Verzögerung. Das wurde als Arbeitsverweigerung gewertet.

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Ein japanischer Lokführer zog wegen einer Gehaltskürzung vor Gericht. (Symbolbild)
Ein japanischer Lokführer zog wegen einer Gehaltskürzung vor Gericht. (Symbolbild)
CHARLY TRIBALLEAU / AFP / picturedesk.com

Eine Verspätung um eine Minute im für sein pünktliches Bahnnetz berühmten Japan hat zu schweren Verwerfungen zwischen einem Lokführer und seinem Arbeitgeber geführt: Weil der Bahnbetreiber West Japan Railway dem Lokführer seinen Lohn wegen der einminütigen Verspätung um umgerechnet 43 Cent kürzte, zog dieser gegen seinen Arbeitgeber vor Gericht, wie die Bahngesellschaft am Donnerstag mitteilte. Er fordert nun knapp 17.000 Euro Schadenersatz.

In Japan wird bei Zugverspätungen in Sekunden gerechnet

Der Zugführer sollte laut einem Bericht der Zeitung "Yomiuri Shimbun" im Juni 2020 einen leeren Zug in ein Depot im Bahnhof von Okayama im Westen Japans bringen, fuhr aber aufs falsche Gleis. Wegen der Verwechslung verzögerten sich der Fahrerwechsel sowie die Ankunft des Zuges um eine Minute. Der Betreiber argumentiert, die Lohnkürzung sei angemessen, da während der Verzögerung keine Arbeit geleistet worden sei. Der Lokführer hält dagegen, er habe nur einen kleinen Fehler gemacht und sei nicht seiner Arbeit ferngeblieben.

Das japanische Bahnnetz ist für seine Effizienz und Pünktlichkeit berühmt und wird regelmäßig als Vorbild für Bahnnetze in aller Welt genannt. 2017 hatte ein japanischer Bahnbetreiber international für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er sich für eine um 20 Sekunden verfrühte Zugabfahrt und die dadurch entstandenen "erheblichen Beeinträchtigungen" entschuldigt hatte.

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