Lotto-Gewinner verzockt 1,5 Mio. Euro in Online-Casino

Computercursor auf einem Spieltisch. Symbolfoto
Computercursor auf einem Spieltisch. Symbolfotopicturedesk.com/Action Press/Christian Ohde
Online-Casinos in Österreich droht eine Klageflut. Geschädigte hätten gute Chancen ihr Geld zurückzufordern, so die Erste Allgemeine Schadenshilfe.

Online-Casions schießen wie Schwammerl aus dem Boden: Alleine die 15 größten Anbieter betreiben weltweit etwa 1.500 Casinos. Selbst im vergleichsweise kleinen, österreichischen Markt würden deren Umsätze – und damit auch die Verluste österreichischer Spieler – stetig ansteigen, wie die Erste Allgemeine Schadenshilfe (EAS) am heutigen Dienstag in einer Aussendung beklagt.

Demnach würden in Österreich täglich etwa 400.000 Euro beim Online-Glücksspiel verspielt, das entspricht fast 150 Millionen Euro jährlich. Erst 2019 hatte ein Lotto-Gewinner in Österreich fast 1,5 Millionen Euro beim Online-Glücksspiel verzockt, nachdem er im Casino Baden längst Hausverbot erhalten hatte.

Illegale Anbieter?

Pikant dabei: Die allermeisten Online-Casinos in Österreich operieren laut EAS illegal. "Selbst die bekannten großen Anbieter arbeiten ohne gültige Konzession", erklärt der vom Prozessfinanzierer beauftragte Rechtsanwalt Hans-Jörg Vogl. Hintergrund dafür sei das österreichische Glücksspielmonopol. Um Spieler zu schützen, darf in Österreich nämlich nur der Bund Glücksspiele durchführen.

Die Folge: In Österreich sind die einzigen Inhaber einer gültigen Glücksspiel-Lizenz die Casinos Austria und ihre Online-Plattform win2day. Ausgenommen vom Glücksspielmonopol sind nur Sportwetten, da diese nicht unter Glücksspiel fallen.

Verluste vor Gericht einfordern

Vor diesem Hintergrund rechnet EAS Geschädigten, die ihre Verluste zurückfordern wollen, gute Chancen aus. Denn ohne gültige Lizenz seien auch die geschlossenen Verträge zwischen Spielern und Anbietern nicht gültig, so der Prozessfinanzierer, der verstärkt gegen die Illegalität der Online-Casinos vorgeht.

"Bei Online-Casinos ohne gültige Lizenz ist die rechtliche Lage grundsätzlich klar, jedoch wehren sich die Casinos natürlich erbittert. Mit ausreichend Ressourcen kann der Druck auf die Casinos erhöht und auch lange Verfahren durchgehalten werden, ohne dass Kosten oder ein Risiko für die Geschädigten entstehen", so der Jurist weiter.

"Maximale Chancen"

Geschädigte von Online-Glücksspiel könnten so – auch rückwirkend bis 1. Jänner 2000 – über eine Sammelklage bei der EAS risikofrei und kostenfrei gegen die Online-Casinos vorgehen, erklärt EAS-Vorstand Manfred Rädler. Nur im Erfolgsfall würde man für die Übernahme des Prozessrisikos und für die Finanzierung sämtlicher Kosten eine Erfolgsbeteiligung einbehalten. Rädler: "So tragen unsere Kunden absolut kein Risiko und haben gleichzeitig maximale Chancen, dass die von der EAS beauftragten Anwälte ihnen doch noch zu ihrem verspielten Geld verhelfen".

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