Politik

Lufthunderter für E-Autos fällt schon ab 2019

Umweltministerin Köstinger will Kohlendioxid reduzieren und E-Autos populärer machen. Ihre Vorhaben stoßen auf Widerstand.
Heute Redaktion
13.09.2021, 19:08

Die türkis-blaue Bundesregierung will mit der Elektromobilitätswende den Ausstoß von Kohlendioxid im Verkehrsbereich um 7,2 Millionen Tonnen reduzieren. Am Donnerstag verabschiedete der Nationalrat dazu ein erstes Paket, doch Freude kommt vor allem bei den Grünen nicht auf. Denn zwei Anreize, um verstärkt auf E-Fahrzeuge umzusteigen, finden keinen Anklang.

Wie Umweltministerin Elisabeth Köstinger (VP) betont, wird man ab 2019 mit einem Elektrofahrzeug in einer Lufthunderter-Zone auch 130 km/h fahren dürfen. Das betrifft österreichweit Strecken von insgesamt 440 Kilometern Länge.

Busspuren frei geben

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) ergänzte, dass die Regierung auch in den Städten E-mobile Menschen belohnen möchte. „Daher arbeiten wir auch an der Schaffung einer Möglichkeit zur Mitbenützung von Busspuren für Elektrofahrzeuge." Die Details dazu müssten jedoch erst in Zusammenarbeit mit den Städten, die Busspuren haben, genau erarbeitet werden. Hofer und Köstinger bezeichnen diese Maßnahmen als starke und sichtbare Impulse, um den Umstieg auf Elektrofahrzeuge noch attraktiver zu machen.

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Die Kritiker

Das sehen nicht alle so. Der Salzburger Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) ist gegen die Öffnung der Busspuren und das Gratisparken für E-Autos in der Stadt. Der öffentliche Verkehr werde dadurch noch langsamer.

Auch in Tirol hagelt es aus gleichen Gründen bereits massive Kritik, vor allem von den Grünen. „Wenn die Öffi-Spuren statt für Busse und Trams plötzlich auch für E-Autos geöffnet werden, drohen im öffentlichen Verkehr Staus und Verzögerungen", warnt der grüne Tiroler Verkehrssprecher Michael Mingler. Das führe das Öffi-Konzept ad absurdum, weil ein E-Auto gleich viel Raum in der Stadt benötige wie herkömmliche Pkw.

Tirols Verkehrsreferentin Ingrid Felipe (Grüne) steht der Ausnahme von E-Autos vom Lufthunderter sehr kritisch gegenüber. Experten würden davon abraten. Aus Gründen der Verkehrssicherheit sei es wichtig, dass es eine möglichst homogene Geschwindigkeit auf der Autobahn gebe, erklärte sie mehrfach.

(red)

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