Luger: "Es gab überall Meinungsänderungen"

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger im Gespräch mit "Heute".
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger im Gespräch mit "Heute".Team Fotokerschi
Am 26. September wird in Linz gewählt. Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) geht als Favorit ins Rennen. Teil 1 des "Heute"-Interviews.

„Heute“: Ab welcher Zahl, die vorne steht, ist es für Sie und die SPÖ Linz in der Gemeinderatswahl ein Erfolg?

Klaus Luger: Das Ziel ist ein Zugewinn der SPÖ. Wir haben das letzte Mal 32 Prozent gehabt, der Wunsch ist jedenfalls, dass wir drei bis fünf Prozent zulegen. Schauen wir, ob es passiert (lacht).

Ab wann ist Ergebnis eine Niederlage?

„Heute“: Und ab wann ist es als Niederlage zu werten?

Klaus Luger: Eine Niederlage ist es schlichtweg dann, wenn man seine Position nicht hält. Wenn ein Minus vor dem Ergebnis steht, wird man es nur schwer als einen Erfolg werten können.

„Heute“: In Linz gehen elf Parteien ins Rennen um den Gemeinderat und es gibt zehn Kandidatinnen und Kandidaten. Ist das Vor- oder ein Nachteil für Sie und die SPÖ?

Klaus Luger: Es ist wie überall, für den ersten ist es immer ein Nachteil, wenn es sehr viele Alternativen gibt. Aber für mich ist völlig klar, dass in einer Gesellschaft, die doch sehr aufgesplittert ist auch mehrere politische Optionen da sind.

„Heute“: Die neue Eisenbahnbrücke wurde gerade eröffnet, zwei Fußballstadien werden gerade gebaut, am Linzer Westring wird gearbeitet und in der Tabakfabrik entsteht Großes: Was sind die Herausforderungen der nächsten Jahre?

Klaus Luger: Es gibt eine ganz zentrale Herausforderung: Wie wir unseren Lebensraum vor dem Klimawandel schützen und gleichzeitig Industrie- und Digitalisierungstadt bleiben. Das ist von der Bedeutung für die Stadt und genauso wichtig, wie die Überwindung der Voest-Krise (1985; Anm.).

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„Heute“: Ist es schwieriger, weil der Klimawandel etwas Abstrakteres ist als etwa der Bau eines Stadions?

Klaus Luger: Nein, ich glaube, das Schwierige ist, dass ein Stadion die Stadt und das Land gemeinsam bauen können. Die Transformation zu einer CO2-neutralen Industriestadt wird ohne massive Unterstützung vom Bund und ohne europaweites Engagement nicht möglich sein. Aber es wäre eine Riesenchance für die EU zu punkten.

„Heute“: Mit welcher Partei will oder kann man das in Linz umsetzen?

Klaus Luger: Ich glaube, so eine Aufgabe kann nur von allen größeren Parteien getragen werden. Es gibt schon jetzt in Klimafragen einen Schulterschluss aller Parteien und den wird es auch weiter geben.

Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger im "Heute"-Gespräch.
Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger im "Heute"-Gespräch.Team Fotokerschi

„Heute“:Ist das ein politischer Wille, auch dem geschuldet, dass Klimaschutz derzeit en vogue ist?

Klaus Luger: Ich glaube, dass es bei allen eine Meinungsänderung gegeben hat, da schließe ich mich persönlich nicht aus. Ich widme heute den Themen Qualität unseres Lebensraumes und Klimaschutz mehr Aufmerksamkeit als vor fünf Jahren. Umgekehrt haben die Grünen auch verstanden, dass die Industrie kein Feind ist. Es haben sich alle weiterentwickelt und ähnliche Positionen eingenommen. Mit dem Grundtenor, dass Linz eine Industriestadt bleiben soll.

"Übereinkommen zwischen allen Regierungsparteien"

„Heute“:Ist das auch eine Chance, dass man sagt, man braucht kein Arbeitsübereinkommen, wie man es mit der FPÖ bis zum Ibiza-Video hatte?

Klaus Luger:Mein Ziel ist es jedenfalls, eine Zusammenarbeit zu finden, wie wir sie in den vergangenen zwei Jahren hatten. Corona hat dazu einen Beitrag geleistet. Die Krise hat uns allen vor Augen geführt – im privaten, wie im politischen Bereich –, dass eine Kooperation eindeutig stärker sein muss, als wir das in der Vergangenheit gesehen haben. Deswegen wird mein Ziel nach der Wahl sein: Möglichst breite Grundsatzübereinkommen zwischen allen vier Regierungsparteien finden.

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