Resetarits: "Könnten ja im Baumarkt spielen"

Zuletzt übte Bühnen-Legende Lukas Resetarits heftige Kritik an Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne). Am Montag war der Kabarett-Gigant zu Gast in der ZIB2.

Lukas Resetarits sorgte erst vor wenigen Tagen mit seinen Aussagen über die für Kultur zuständige Staatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) für Aufsehen. In einem auf Facebook veröffentlichten Video (siehe oben) zeigte er sich erzürnt über die Politik, die aus seiner Sicht zu wenig Rücksicht auf Kulturschaffenden nimmt. "Geigen wir die ganze grüne Kultur-Partie auf unter vier Prozent - dort wo sie hingehören", fand Resetarits unerwartet scharfe Töne für die Regierungspartei. 

Am Montag war Resetarits zu Gast bei Armin Wolf in der ZIB2. Das Video sei aus "Empathie" und Mitleid zu Branchen-Kollegen entstanden. Es sei eine Reaktion auf die "Missachtung unserer Branche" gewesen. Die Kultur-Industrie sei ignoriert worden. "Das ist eine gewisse Respektlosigkeit, das ist beleidigend". 

"Will nicht, dass die Grünen aus dem Parlament fliegen"

Es sei aus seiner Sicht verständlich, dass man sich ärgert. Die Kulturschaffenden hätten sich nicht gerührt bei der Politik, "aber die andere Seite hat sich auch nicht gemeldet", zeigte sich Resetarits verärgert.

Relativiert hat der Schauspieler und Kabarettist hingegen seine "Vier-Prozent-Aussage". Er wünsche sich nicht, dass die Grünen aus dem Parlament fliegen. "Um auf unter vier Prozent zu kommen, dazu brauchen sie mich nicht".  Nur "um jeden Preis in die Regierung wollen und das dann nicht können", sei "enttäuschend". Die Grünen sollten aus seiner Sicht "gestandene Oppositionspolitik machen.  "Es ist schon wurscht", sagte er resignierend auf die Frage, ob er den Rücktritt Lunaceks fordert. Er sei so verärgert und enttäuscht über die Grünen, weil er diesen näher stünde, als der ÖVP, von der man wisse, dass er sie und ihre Politik nicht befürwortet.

In der Anfangsphase war das Vorgehen der Regierung "völlig korrekt". Aber angesichts der Disziplin der Bevölkerung hätte man schon früher leichte Lockerungen einführen können. Zunächst nicht ernst wollte Moderator Armin Wolf die Aussage Resetarits' nehmen, wonach man Künstler ja auch im Baumarkt auftreten könnten. Das Argument des Künstlers: Sehe man sich an, wie dicht gedrängt die Menschen im Baumarkt wären "um sich den neuen Rasenmäher oder 'Zaun-Godern'" zu kaufen, dann frage man sich, wieso die Theater immer noch geschlossen seien. "Von mir aus können sie mir auch eine Plexiglas-Wand hinstellen", versteht Resetarits nicht, weswegen die Maßnahmen für die Kunst-Branche noch immer so streng sind. 

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