Im Lodenjanker, gut gebräunt, mürrisch: So saß Ex-BZÖ-Politiker Klaus Wittauer am Montag vor dem U-Ausschuss im Parlament. Er gilt als Schaltstelle von Zahlungen der Telekom Austria an das BZÖ. Mehrere Zeugen belasten ihn. Wittauer weist alles vehement zurück. Eine dubiose Rechnung zum Weißwurstessen bringt ihn aber unter Druck.
Laut Peter Pilz (Grüne) zahlte die Telekom exakt 677.350,80 Euro an Wittauer. Von 7. September 2007 bis 2. März 2009 sollen monatlich 18.000 Euro insgesamt 19 Mal geflossen sein. Dazu kamen "außerordentlichen Zahlungen" in der Höhe von 335.350,80 . Offizielle Leistung: Integration der (zuvor von der Telekom gekauften) eTel Austria in die Telekom.
Heute hatte Einblick in die brisanten Belege. Etwa die Rechnung Nr. 009 vom 19. November 2007 über 19.200 Euro.Was war da die Leistung? Zum Staatsanwalt sagte Wittauer wörtlich: "Es handelt sich dabei um die Verköstigung von Personen bei der Weißwurstparty beim Stanglwirt in Going. Diese Personen waren diverse Gäste der Telekom und/oder deren Kunden." Wer das genau war, weiß er leider nicht mehr. "Der Verdacht ist, dass das alles nur Scheinrechnungen sind", so Pilz. Für Wittauer gilt die Unschuldsvermutung.
Das BZÖ versucht seit Wochen, Wittauer als "Einzeltäter" hinzustellen. Kein Wunder: Laut Umfrage glauben 66 Prozent, dass die Orangen korrupt sind. Unterdessen steigt der Druck auf Finanzministerin Maria Fekter (VP). Ihr Ressort hatte Akten zu Lobbyist Alfons Mensdorff- Pouilly geschwärzt an den Ausschuss geliefert – und wurde dafür sogar von der ÖVP selbst kritisiert.
Wer ist korrupt?