"Die Party ist vorbei"

Lykke Li überrascht mit emotionalem Abschiedsalbum

Die Künstlerin liefert mit "The Afterparty" ein Pop-Album zwischen Liebeskummer, Apokalypse und Hoffnung – vielleicht ihr letztes Album als Lykke Li.
Heute Entertainment
19.05.2026, 10:44
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Die große Party ist vorbei. Zumindest, wenn es nach Lykke Li geht. Die schwedische Sängerin veröffentlicht mit "The Afterparty" ein Album voller Melancholie, Abschiede und Weltuntergangsstimmung – aber eben auch mit ganz viel Gefühl, Pop-Magie und Hoffnungsschimmern. Und ja: Diesmal könnte es tatsächlich ihr letztes Album unter dem Namen Lykke Li sein.

Wer Lykke Li kennt, weiß: Die Frau macht nie zweimal dasselbe. Seit ihrem Mega-Hit "I Follow Rivers" pendelt sie zwischen düsterem Indie-Pop, Kunstprojekt und emotionalem Seelenstriptease. Statt auf Chart-Formeln setzt die Schwedin lieber auf Gesamtkunstwerke – mit Filmen, Mode, Installationen und Songs, die oft mehr schmerzen als jede Trennung.

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Der Schmerz am Menschsein

Auch privat war bei der 39-Jährigen zuletzt einiges los. Zwischen Mutterrolle, Musikbusiness und kreativer Selbstsuche entstand nun "The Afterparty" – ein Album, das klingt wie der Morgen nach einer langen Nacht: erschöpft, ehrlich und wunderschön traurig.

Schon der Opener "Not Gon Cry" macht klar: Lykke Li will sich trotz aller Krisen nicht unterkriegen lassen. Und auch in "Sick Of Love" steckt unter der Melancholie noch Widerstand. Im dazugehörigen Video läuft die Sängerin in einer Endlosschleife rückwärts – ein Symbol für alte Muster, toxische Beziehungen und das ewige Zurückfallen in dieselben Fehler.

Doch "The Afterparty" handelt nicht nur von Liebeskummer. Lykke Li blickt auf eine Welt, die aus den Fugen geraten scheint: Waldbrände, kaputte Städte, Hoffnungslosigkeit. Besonders hörbar wird das im Song "Happy Now", wo hektische Percussions und Bongos das Chaos der Gegenwart widerspiegeln.

Trotz allem bleibt das Album nie hoffnungslos. Songs wie "Knife In The Heart" fühlen sich an wie eine musikalische Umarmung – zart, verletzlich und voller Wärme. Besonders berührend: Im Hintergrund ist sogar ihr Sohn im Chor zu hören.

Musikalisch vereint "The Afterparty" alles, wofür Lykke Li steht: große Pop-Momente, experimentelle Sounds, Sehnsucht, Wut und diese bittersüße Traurigkeit, die sich durch ihre gesamte Karriere zieht. Das finale Stück "Euphoria" wirkt schließlich wie ein leiser Abschiedsgruß. Fast so, als würde Lykke Li endgültig das Licht auf der Tanzfläche abdrehen.

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