Kiew

Machtkampf: Selenski will "Neuanfang an Staatsspitze"

Seit Wochen bahnt sich ein Showdown zwischen dem ukrainischen Präsidenten und Armeechef Saluschni an.

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Machtkampf: Selenski will "Neuanfang an Staatsspitze"
Wolodimir Selenski will diverse wichtige Persönlichkeiten durch Nachfolger ablösen.
FABRICE COFFRINI / AFP / picturedesk.com

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hält knapp zwei Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine einen Neuanfang in der Führungsebene von Staat und Militär für notwendig. Zuvor soll die Ukraine am Wochenende das Weiße Haus darüber informiert haben, dass der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Waleri Sluschni seines Postens enthoben werde, wie Euronews.com berichtet.

Angesichts der möglichen Entlassung des Oberbefehlshabers sagte Selenski dem italienischen öffentlich-rechtlichen Sender "Rai" am Sonntagabend: "Sicherlich ist ein Reset, ein Neuanfang notwendig. Wenn wir davon sprechen, dann meine ich die Ablösung einer Reihe von führenden Persönlichkeiten des Staates, nicht nur in einem einzelnen Bereich wie dem Militär."

Saluschni verneint politische Bestrebungen

Der 50-jährige Saluschni wurde wenige Monate vor dem russischen Einmarsch vom Februar 2022 Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee. Unter seinem Kommando hielten die ukrainischen Truppen der Invasion stand und eroberten sogar besetzte Gebiete zurück. Der General gilt als beliebt bei seinen Soldaten und in der Bevölkerung. Deshalb wurden ihm auch politische Ambitionen nachgesagt, die er aber dementierte.

In den vergangenen Wochen mehrten sich die Berichte über einen Machtkampf zwischen ihm und Selenski. Verschiedenen Medien zufolge hatte der ukrainische Staatschef bereits in der vergangenen Woche die Ablösung des Generals geplant, konnte diese aber zunächst nicht durchsetzen. Selenski sagte nun, er denke zwar über die Ablösung Saluschnis nach, aber es gehe ihm nicht um eine einzelne Person, sagte er. "Es ist eine Frage, die die gesamte Führung betrifft, die die Maschine des Landes antreibt, die groß und komplex ist."

Neubeginn soll "Führung des Landes" betreffen

Alle an der Staatsspitze müssten nach seinen Worten in dieselbe Richtung gehen und überzeugt vom Sieg der Ukraine sein. "Wenn ich also von Neubeginn, von Ablösung spreche, habe ich etwas Ernstes im Sinn, das nicht eine einzelne Person betrifft, sondern die Richtung der Führung des Landes", sagte Selenski in dem Interview der italienischen Übersetzung zufolge.

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