Formel 1

"Mad Max!" So tickt der neue Formel-1-Weltmeister

Für den frischgebackenen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen war der Weg nach ganz oben vorgezeichnet. So tickt der Champion aus dem Hause Red Bull.
Heute Redaktion
13.12.2021, 20:03

Max Verstappen fuhr Formel 1, bevor er den Führerschein hatte. Als er 2015 für Toro Rosso in der Königsklasse des Motorsports debütierte, war er 17 Jahre und 166 Tage alt. Bis heute ist er damit der jüngste Fahrer der Geschichte – und wurde etwas mehr als ein Jahr später in Spanien bei seinem Debüt im Red-Bull-Cockpit zum jüngsten Grand-Prix-Sieger aller Zeiten.

Eine Karriere wie das Rennen vom Sonntag: Vollgas! Nur: Zuletzt hat ihm immer etwas im Weg gestanden. Meistens etwas Silbriges. Es war nämlich vor allem die Mercedes-Dominanz der letzten Jahre, die verhinderte, dass der Niederländer auch zum jüngsten Weltmeister der Geschichte wurde. Mit seinen heute 24 Jahren ist er als viertjüngster Champion geführt. Doch mit seiner gewohnt aggressiven Fahrweise hat er die Mercedes-Vorherrschaft in Abu Dhabi auf der letzten Runde zerstört.

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Was Verstappen auf dem Yas Marina Circuit zeigte, bewies vor allem eines: Er ist reifer geworden, er hat seine Aggressivität zu kontrollieren gelernt. Noch 2018, als er in Monte Carlo nach einem Fehler in die Wand knallte, wurde er für seinen jugendlichen Übermut kritisiert. Seither wird ihm konstant der mangelnde Respekt vor dem Gegner vorgeworfen. Sein Spitzname "Mad Max" wurde deshalb auch in der Saison 2021 immer wieder ausgepackt.

Am Sonntag in Abu Dhabi zeigte er aber vor allem eines: Killer-Instinkt. Das ganze Rennen war Verstappen – teils abgeschlagen – zurückgelegen. Er und sein Team glaubten aber bis zum Schluss an das, was Teamchef Chris Horner wenige Runden vor dem Ende noch als "Wunder" bezeichnete, um am Ende eiskalt zuzuschlagen. Papa Jos Verstappen (49), der einst selbst Formel-1-Hitzkopf war (107 Rennen, zwei Podestplätze) und Max seit Go-Kart-Zeiten nicht von der Seite gewichen ist: "Er hat schon meine DNA, und die meiner Ex-Frau. Solange er dabei nicht übers Limit geht, ist alles ok", sagte er am Sonntag gegenüber "Sky". Die Ex-Frau: Mutter Sophie (46). Auch sie war früher Kartfahrerin.

Nun ist Verstappen also der erste niederländische Formel-1-Weltmeister. Für das Land im Nordwesten Europas eine große Sache. Dass das aber immer wieder thematisiert wird, ist auch Beleg dafür, dass man über Verstappens Privatleben relativ wenig weiß. Er ist nicht so präsent abseits der Rennstrecke wie Lewis Hamilton, auch in der Netflix-Erfolgsserie "Drive to Survive" wollte er nicht aktiv teilnehmen. Bekannt ist: Er lebt in Monte Carlo, mag Fußball und Katzen, und macht auch in seiner Freizeit das, was er am besten kann: Fahren. Einfach in einem Simulator halt.

Seine Freundin ist Kelly Piquet, die 33-jährige Tochter von Formel-1-Legende Nelson Piquet (69) und Ex des ehemaligen Formel-1-Piloten Daniil Kvyat. Für sie reiste er zwischen den GPs von Saudi Arabien und Abu Dhabi eigens nach Monaco, um mit ihr und ihrem Töchterchen Penelope (2), für das er gerne auch mal die Rolle des Stiefvaters übernimmt, Geburtstag zu feiern. Mit ihr spricht er Englisch, Deutsch lernte er für die Ex-Freundin aus Deutschland, Holländisch kann er von Haus aus.

Seine Sprachgewandtheit dürfte seinem Rennstall Red Bull relativ egal sein. Fakt ist aber: Sein Background, sein Talent und seine Entourage machen Verstappen zum idealen Fahrer. Das hat auch sein Team Red Bull frühzeitig erkannt. Der Rennstall des rot-weiß-roten Getränkeherstellers hatte nicht einmal Sebastian Vettel, der für Red Bull ab 2010 vier Weltmeistertitel in Folge eingefahren hatte, zur wirklichen Leaderfigur gemacht. In jüngerer Vergangenheit haben Chef Christian Horner, Motorsportberater Helmut Marko und Co. – ähnlich wie bei Mercedes und Hamilton – das ganze Programm, die ganze Strategie, ja das ganze Projekt auf Max Verstappen zugeschnitten.

Der Sonntag gab ihnen recht. Und Verstappen zeigte sich bereits vom Auto aus emotional: "Ich hoffe, wir können das noch zehn oder 15 Jahre zusammen machen – ich liebe dieses Team", funkte er nach dem Triumph. Noch auf dem Podium dachte er dann bereits wieder an das nächste Rennen: "Der Zweikampf zwischen Mercedes und Red Bull wird weitergehen." Vorerst sollte aber gefeiert werden: "Heute trinken wir ein bisschen", sagte Verstappen in stilsicherem Deutsch gegenüber "Sky" und gestikulierte, dass das "bisschen" sehr viel werden dürfte. Alt genug dafür ist er ja jetzt.

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