Nach dem tödlichen E-Scooter-Unfall bei Oberndorf an der Melk sitzt der Schock tief. Eine Zwölfjährige kam am Mittwochnachmittag auf der B29 im Bezirk Melk ums Leben. Ihre gleichaltrige Freundin wurde schwer verletzt, überlebte aber, und wurde mit dem Rettungshubschrauber nach Linz geflogen.
Die beiden Mädchen waren Polizeiinformationen zufolge gemeinsam und ohne Helm auf einem einzelnen E-Scooter unterwegs. Im Kreuzungsbereich mit einem kleinen Weg dürften sie laut ersten Ermittlungen zunächst angehalten und dann in die B29, der Sankt Leonharder Straße, eingefahren sein.
Dort kam es zur Kollision mit einem Firmenbus, gelenkt von einem 23-Jährigen. Die Polizei gibt bekannt: "Der 23-Jährige habe noch eine Vollbremsung samt einem Ausweichmanöver eingeleitet, jedoch kam es zu einer Kollision zwischen dem Pkw und dem E-Scooter."
Die zwölfjährige Lenkerin des E-Scooters wurde dabei schwer verletzt. Sie wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Uniklinikum Linz geflogen. Für ihre Freundin, die auch auf dem E-Scooter stand, kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Walter Seiberl, Bürgermeister von Oberndorf an der Melk (VP), sagt im "Heute"-Gespräch: "Die beiden Mädchen wohnten im Nachbarort. Das Unglück auf der Freilandstraße bei Oberndorf ist tragisch, und das nur wenige Tage vor der Gesetzesänderung."
Tatsächlich werden ab 1. Mai 2026 E-Scooter rechtlich mit Fahrrädern und E-Bikes gleichgestellt. Damit gilt für unter 16-Jährige Helmpflicht. Außerdem wird die Mitnahme von Personen verboten. Auch bei Alkohol wird verschärft: Die Promillegrenze sinkt von 0,8 auf 0,5.
Politisch sorgt der Unfall im Bezirk für Nachdenken. Auch in der Gemeinde selbst will man nun reagieren. "Der Unfall passierte nicht direkt im Ort, aber auch hier in Oberndorf überlegen wir, was jetzt geeignete Maßnahmen sind. Der E-Roller ist als Verkehrsmittel eine Attraktion geworden, Jugendliche sind sich der damit verbundenen Gefahr gar nicht bewusst. Deshalb bemühen wir uns um Sensibilisierung an Schulen. Die Schüler sollen die Gefahr erkennen", so Seiberl. Er fordert den Gesetzgeber zu neuen Sicherheitsmaßnahmen auf.
Der Unfall passiert in einer Zeit, in der E-Scooter und E-Bikes stärker in den Fokus rücken. 2024 starben in Österreich 39 Radfahrer, E-Scooter-Lenker und E-Biker im Straßenverkehr, 2025 waren es bereits 71 Tote.