Ungarns designierter Regierungschef Peter Magyar hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein Treffen vorgeschlagen. Ziel sei es, die Lage der ethnischen Ungarn in der westukrainischen Region Transkarpatien zu verbessern, erklärte Magyar am Dienstag auf Facebook. Das Treffen könnte Anfang Juni in Berehowe stattfinden, einer Stadt mit überwiegend ungarischer Bevölkerung.
In Transkarpatien lebt eine große ungarische Minderheit. Das Verhältnis zwischen Budapest und Kiew ist seit 2017 angespannt, weil die Ukraine damals ein Gesetz beschlossen hat, das Ukrainisch als Hauptsprache für die weiterführenden Schulen vorschreibt. Aus Budapest hieß es dazu, das Gesetz nehme Zehntausenden ethnischen Ungarn, die vor allem in Transkarpatien leben, ihre Rechte. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs gehörte das Gebiet zum ehemaligen Königreich Ungarn.
"Es ist an der Zeit, dass die Ukraine die seit mehr als einem Jahrzehnt bestehenden rechtlichen Beschränkungen aufhebt", sagte Magyar. Wenn diese Probleme gelöst werden könnten, "können wir sicherlich ein neues Kapitel in den bilateralen Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn aufschlagen", so Magyar weiter.
Die Beziehungen zwischen Ungarn und der Ukraine hatten vor der Wahl in Ungarn am 12. April einen Tiefpunkt erreicht. Bei dieser Wahl setzte sich Magyar gegen den langjährigen rechtsnationalistischen Regierungschef Viktor Orban durch. Orban hatte in der EU mehrfach Finanzhilfen für die Ukraine und Sanktionen gegen Russland blockiert.