Nach Sturz

Mama (94) von Star-Musiker wartete 8 Stunden in Spital

Die Mutter des 6-fachen ESC-Teilnehmers Gary Lux hat eine Tortur hinter sich. Erst nach 8 Stunden bekam die tapfere Frau ein Bett im Spital.
Christian Tomsits
15.11.2023, 18:20
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Das Unglück passierte am Weg zum gemeinsamen Mittagessen: Plötzlich und kurz vor ihrem Lieblingslokal stürzte die Mutter von Star-Sänger Gary Lux (64) am Wochenende und fiel auf beide Knie. Wie der "Kurier" berichtete, konnte die verletzte 94-Jährige nicht mehr aufstehen. "Ich musste die Rettung rufen", erzählt Lux im Gespräch mit "Heute".

Mit Blaulicht ging es für den Musiker und seine Mutter in die Klinik Floridsdorf. "Unsere Ankunftszeit war 13:32 Uhr", hält der sechsmalige Song-Contest-Teilnehmer fest. Dann begann eine Odyssee in der Notaufnahme, die bis 21:40 Uhr andauern sollte – 8 Stunden und 8 Minuten!

Die Zeitbestätigung der Klinik über die Dauer des Aufenthalts
zVg

Nach eineinhalb Stunden Wartezeit gab es das erste Arztgespräch. Weitere zwei Stunden später soll die Pensionisten erst beim Röntgen drangekommen sein – zum Glück war nichts gebrochen, doch ihre Knie-Gelenke schwollen stark an und wurden blau. Die 94-Jährige konnte unmöglich alleine aufstehen.

Elendslange Wartezeiten

"Alles dauerte elendslang. Neben uns lagen natürlich auch viele andere Patienten mit starken Schmerzen und mussten sich ebenfalls gedulden – niemand konnte sich um die vielen Menschen im Wartezimmer kümmern", bemängelt Gary Lux, der selbst ausgebildeter Sanitäter ist und nicht stillhalten konnte.

"Ich arbeitete im Zivildienst im Pflegeheim und wurde nach meiner ersten Teilnahme am ESC sogar zum Ersthelfer ausgebildet. Ich brachte anderen Patienten, die schon lange lagen, Wasser und fragte sie auch, ob ich sonst noch helfen könnte." Als seine Mutter auf die Toilette musste und nach 20 Minuten niemand zu Hilfe kam, hob er sie mit einer anderen Begleitperson selbst in den Rollstuhl.

Was dem Musiker wichtig ist: "Ich möchte die Ärzte und Pfleger nicht kritisieren. Sie taten, was sie konnten." Aber es sei augenscheinlich gewesen, dass die Notaufnahme völlig überfüllt war und zu wenig Personal da gewesen sei.

Letzterem widerspricht die Klinik Floridsdorf in einem Statement vehement. Zwar sei an diesem Tag viel los gewesen, aber alle Planstellen waren besetzt. Außerdem würden die Patienten nach Dringlichkeit gereiht: "Die ärztliche Begutachtung bei Frau Lux erfolgte um 15:09 Uhr, also nach etwa eineinhalb Stunden nach der Aufnahme. Dann passierte die Abklärung, also Röntgen, Warten auf die Befunde und der Beginn der Therapie, sprich die Schmerzinfusion", so das Spital

Die Bilder des Tages

Doch Gary Lux ist sich sicher, dass das Personal am Limit war: "Ein Arzt klagte mir sein Leid. Er meinte, er ist jetzt schon stundenlang hier in der Notaufnahme und sehr erschöpft. Jetzt müsse er aber noch operieren gehen." Erst kurz nach 17 Uhr bekam seine Mutter eine Schmerzinfusion gelegt. Um 21.30 Uhr erfolgte dann die Entscheidung, dass sie die Nacht im Spital bleiben könne. "Aus medizinischer Sicht wäre dies nicht nötig gewesen", verteidigt sich die Klinik.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 15.11.2023, 19:09, 15.11.2023, 18:20
Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen