MAN-Werk in Steyr: "Derzeit gibt es nur Verlierer"

MAN Werk in Steyr
MAN Werk in SteyrFOTOKERSCHI.AT / APA / picturedesk.com
Zwei Drittel der MAN-Belegschaft haben gegen das Übernahmeangebot von Investor Siegfried Wolf gestimmt. Wie geht es nun mit dem Werk in Steyr weiter?

Keine Übernahme: Mehr als 60 Prozent der MAN-Mitarbeiter in Steyr haben gegen die Übernahmepläne von Investor Siegfried Wolf gestimmt. Dieser blitzte mit seinen Plänen bei der Belegschaft ab.

Wolf wollte die Lkw-Produktion in Steyr mit der Hälfte der Mannschaft und in Kooperation mit dem russischen Autobauer GAZ weiterführen. 600 Mitarbeiter hätten gehen müssen, sie hätten im Gegenzug 10.000 Euro einmalig bekommen. Die restliche Belegschaft hätte auf 15 Prozent Gehalt verzichten müssen.

München will Schließung vorbereiten

Nun will die Zentrale in München die Schließung des Werks vorbereiten. Die Gewerkschaft will das aber nicht hinnehmen. Für MAN Steyr gebe es aber nur zwei Szenarien: Entweder eine Übernahme oder eine Schließung.

Wie geht es nach dem Nein der Belegschaft mit dem MAN-Werk weiter? Mit einer Schließung würden laut Experten 8.400 Jobs in der Region wegfallen.

MAN-Abstimmung
MAN-AbstimmungAPA-Grafik / picturedesk.com

Investor Wolf hatte sich eine Zustimmung von zwei Dritteln erwartet. "Für viele fiel diese Abstimmung sehr unerwartet aus. Es war zugleich auch ein Votum für das Unverständnis der Belegschaft. Heute haben viele auf MAN gezielt und den Wolf getroffen. Derzeit nur Verlierer in dieser Situation", erklärte der oberösterreichische Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner in der "ZIB2".

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Die oberösterreichische Landesregierung kämpft gegen eine Schließung an. Derzeit gebe es nur das Übernahmekonzept des Investors Wolf.

"Alles über den Haufen geworfen"

Achleitner betonte, dass am Standort Steyr immer gut gearbeitet wurde. "Letztes Jahr wurde dann alles über den Haufen geworfen. Zuerst hieß es aus München, dass bis zu 6.000 Mitarbeiter weltweit abgebaut werden. Dabei wurde versprochen, dass das Werk in Steyr nicht geschlossen wird, doch dann war plötzlich wieder alles anders", so der ÖVP-Politiker.

Er nimmt MAN in die Pflicht, um Lösungen zu suchen, es gehe um eine Transformation in Richtung Zukunft der Mobilität. "Wir wollen verhindern, dass das Werk geschlossen wird, doch der jetzige Status ist keine Lösung", so Achleitner.

Er bleibt jedoch optimistisch. Es wurden den ganzen Tag in der Landesregierung sehr viele Gespräche geführt. "Wir werden mit Sozialpartnern versuchen, Lösungen zu finden."

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