Welt

Mandela-Familie trauert um ihre "Säule"

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:33

Erstmals seit dem Tod des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela hat sich dessen Familie öffentlich zu Wort gemeldet. "Ja, Tata (Papa) ist gegangen. Die Säule der Familie ist gegangen. So, wie während der 27 Jahre seiner Gefangenschaft", sagte der Sprecher der Familie, Temba Matanzima, am Samstag vor Journalisten in Johannesburg.

hat sich dessen Familie öffentlich zu Wort gemeldet. "Ja, Tata (Papa) ist gegangen. Die Säule der Familie ist gegangen. So, wie während der 27 Jahre seiner Gefangenschaft", sagte der Sprecher der Familie, Temba Matanzima, am Samstag vor Journalisten in Johannesburg.

Die Familie sei tief traurig. "Aber in unseren Herzen und unseren Seelen wird er stets bei uns sein." Für seine Familie sei Mandela wie ein "Baobab" gewesen, "der seinen beruhigenden Schatten über uns legte und uns Sicherheit und Geborgenheit gab", sagte der Sprecher in Anspielung auf die mächtigen afrikanischen Affenbrotbäume.

"Ja, in den vergangenen Tagen war es nicht leicht und es wird auch in den kommenden Tagen keine Freude sein", fügte Matanzima hinzu. "Aber mit der Unterstützung, die wir von überall her erfahren (...) wird es für die Familie zu schaffen sein." Der Sprecher würdigte Mandela als "großartigen Mann", als "aufmerksames Familienoberhaupt, das Zeit für alle hatte und in dieser Hinsicht schmerzhaft fehlen" werde.

"Wir haben einen großen Mann verloren"

Matanzima betonte zudem Mandelas Bescheidenheit, die er trotz seiner Berühmtheit an den Tag legte. "Wir haben einen großen Mann verloren, einen Sohn der Erde der Thembu, der Zeit hatte für die Könige und die Königinnen, die Armen und die Reichen, die Großen und die Kleinen."

Seit Mandelas Tod haben sich bisher weder seine zweite und langjährige Ehefrau Winnie Madikizela-Mandela noch seine Witwe Graca Machel in der Öffentlichkeit gezeigt oder zu Wort gemeldet. Nelson Mandela habe seinen letzten Atemzug einem Zeitungsbericht zufolge jedenfalls im Kreise seiner Liebsten getan. "Als er starb, war er nicht an lebenserhaltenden Maschinen und hat selbstständig geatmet", berichtete die südafrikanische "Sunday Times".

Nach Angaben der Wochenzeitung "City Press" gingen in den letzten Stunden die Familienangehörigen zu zweit oder zu dritt zu Mandela, um Abschied zu nehmen. "Die, die im Haus waren, berichten von einer überwältigenden Traurigkeit, die alles durchflutete." Der 95-Jährige selbst habe bereits seit Monaten nicht gesprochen, berichtete die Zeitung in ihrer Online-Ausgabe weiter.

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