Die Polizei teilte in einer Presseaussendung am Montagfrüh Details zu dem Fall mit. Demnach ereignete sich der Vorfall am Samstagnachmittag in der oberösterreichischen Stadt Wels. Ein 40-jähriger Iraner aus Wels rastete offenbar komplett aus, schubste seine Frau gegen 17:45 Uhr so heftig, dass sie sich laut Polizei dabei schwer verletzt.
Schon einige Tage zuvor soll es laut Behörden zu einer gefährlichen Drohung gekommen sein. "Dabei bedrohte er die 49-jährige Welserin mit dem Umbringen und hielt dabei ein Messer in seinen Händen", so die Polizei in ihrem Bericht.
Zudem dürfte gegen den Mann eigentlich ein Waffenverbot vorliegen. "Ein freiwilliger Drogenschnelltest beim 40-Jährigen verlief positiv. Er wurde festgenommen und die Staatsanwaltschaft Wels ordnete die Einlieferung in die JA Wels an", so die Polizei.
Bist du von häuslicher Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Häusliche Gewalt ist ein großes Problem in Österreich. Im Sommer kündigte die Politik Maßnahmen dagegen an. Zuvor wurde eine Studie zu Gewalttaten an Frauen, die einen Zeitraum von 2010 bis 2020 erfasst, vorgestellt. Insgesamt wurden 793 Gewalttaten untersucht, wobei hier auch nicht vollendete Taten, also solche, bei denen die Opfer überlebten, analysiert. In den ersten Jahren habe es relativ stabile Zahlen – um die 70 – pro Jahr gegeben, ab 2017 seien die Zahlen dann relativ hoch geworden. Auf Grund der relativ niedrigen Zahlen, könne nicht mit Bestimmtheit gesagt werden, wie signifikant dieser Anstieg sei, hieß es.
Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab strich im vergangenen Juli die Überrepräsentanz von Tätern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu ihrem Anteil in der Bevölkerung hervor.
Tatsächlich sind 72 Prozent der Täter der untersuchten Fälle österreichische Staatsbürger – davon 57 Prozent autochthon. Fünf Prozent der Täter kommen aus dem EU-Ausland und 19 Prozent der Täter kommen aus sogenannten Drittstaaten. Für Raab ist es wichtig, dass patriarchale Denkmuster bekämpft und Gewaltschutzzentren noch niederschwelliger werden.
Justizministerin Alma Zadic betonte die Notwendigkeit der Bekämpfung dieser Machtstrukturen. Dafür müsse man in der Prävention früh ansetzen, schon im Kindergarten, so Zadic. Auch für sie sei erschreckend, dass sich so wenig Betroffene – nur vier von 74 betroffenen Opfern nahmen im Vorfeld die Hilfe einer Opferschutzeinrichtung in Anspruch – an die Behörden wenden.
Laut Innenminister Gerhard Karner wurde die Zahl der Präventionsbediensteten von 500 auf 1.200 Beamte erhöht. Seit eineinhalb Jahren gelte zudem ein automatisches Waffenverbot, wenn ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wird.
Erschreckend: Alleine im ersten Halbjahr wurden 2023 schon 7.650 solcher Verbote ausgesprochen. Karner kündigte auch rechtliche Änderungen an. So soll in Zukunft der Opferschutz wichtiger werden als der Datenschutz – auch eine klare Forderung der Studienautorinnen. Diese erklärten, dass die Vernetzung der Behörden und Institutionen durch den Datenschutz oftmals erschwert werde.