Sein Leben war aus der Bahn geraten, das ließ ein 51-jähriger Steirer auch seine Umwelt spüren. Der Mann musste sich am Montag am Straflandesgericht in Graz verantworten, weil er eine Oberärztin bedroht hatte. Der Angeklagte war ein Jahr zuvor in ein betreutes Wohnheim gezogen. "Die Zeit war belastend für mich, die Umstellung aus den eigenen vier Wänden ins Heim war schwierig", erklärt sich der ehemalige Jurist beim Prozess.
Der Mann ging verbal auf die Medizinerin und wütete wahnhaft: "Ich bin König Artus und Sie die Klingonenkriegerin. Sie holen mir jetzt meine Autoschlüssel. Sonst sprenge ich die Bude in die Luft." Der Steirer leidet an Schizophrenie und will seine Drohung ein Jahr später im Licht seiner psychischen Situation gesehen wissen. "Das war eine psychotische Aussage, ich habe das natürlich nicht ernst gemeint", gab er laut "Kleine Zeitung" an. Die Polizei musste einschreiten, der 51-Jährige verletzte dabei einen Beamten am Knie.
Der Steirer soll außerdem im Schlaf einen Zimmernachbarn gewürgt haben. Das stritt er jedoch vehement ab. Der andere Heimbewohner habe 5000 Euro für den Ausbau einer Sportanlage vom Angeklagten gewollt. Als der das Geld nicht bezahlte, wurde der Nachbar "sehr wütend, deshalb unterstellte er mir Körperverletzung". Sein Widersacher sei ihm außerdem körperlich überlegen gewesen, er hätte ihn gar nicht angreifen können, argumentierte der Ex-Jurist. Die Schöffen fordern eine Einweisung für den Mann, der nun selbst einsieht, dass seine Drohung wahnhaft klang.