Mann denkt, Wienerin ist Spionin und sticht auf sie ein

Eine Frau wurde im März Opfer eine Messerattacke. Ihr psychisch kranker Nachbar (21) stach 9 Mal auf sie ein, weil er dachte sie sei eine Spionin.

Eine 31-Jährige rauchte im Innenhof eine Zigarette und telefonierte mit ihrer Freundin  – wenig später kämpfte sie im Wiener AKH um ihr Überleben: Am 15. März attackierte sie in Wien-Ottakring ihr Nachbar mit einem Klappmesser. Er stach ihr ohne Vorwarnung ins Gesicht, den Hals, in den Bauch und in die Brust. Dann ließ er von ihr ab und ging seelenruhig vor dem Haus spazieren, ließ sich festnehmen. Wie berichtet, stand der 21-Jährige Iraker deshalb heute vor Gericht.

Spürte Stiche zuerst nicht

Eindrucksvoll schilderte das gezeichnete Opfer die Tat: "Zuerst dachte ich an Faustschläge, ich wollte mich verstecken, doch dann schrie ich den Täter an." – Für einen medizinischen Sachverständiger nicht ungewöhnlich, dass die Frau sich trotz Verletzungen noch wehren konnte. "Man nennt das Kaiserin Elisabeth-Syndrom. Zuerst spürt man Einstiche nicht, innerhalb von 15 Minuten wäre sie aber ohne Hilfe verblutet", so der Arzt.

Täter dachte Opfer sei "Spionin" 

Warum der psychisch Kranke zum Messer griff, konnte Sachverständiger Dr. Hoffmann erklären: "Der Täter attackierte schon vor zwei Jahren in Graz einen Bekannten, da er glaubte er sei von bösen Geister besessen. Nun dachte er, dass seine Nachbarin für die Geheimpolizei als Spionin arbeitete und ihm Bilder von seinem Handy stahl." Er attestierte ihm eine "hochgradige Gefährlichkeit" und empfahl eine unbedingte Einweisung in eine Anstalt, auch weil der Iraker jede Behandlung ablehne. Die Geschworenen folgten der Empfehlung, das Urteil ist rechtskräftig.

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