Ohne Vorwarnung und ohne Chance, etwas zu ändern: "Heute"-Leser Kevin traute seinen Augen nicht, als er Anfang der Woche ein Halte- und Parkverbotsschild vor seinem Haus am Rautenweg im 22. Wiener Bezirk sah. Das Verbot betrifft nur ihn – nirgendwo sonst in dieser Straße wurde ein ähnliches Verbot aufgestellt.
Der Wiener ortete Diskriminierung: "Nur weil unser Haus schön ist und wir Roma sind." Auf Anfrage von "Heute" klärte das Magistrat der Stadt Wien nun über die Gründe des Parkverbots auf.
Direkt vor seinem Haus wurde eine gelbe Sperrlinie aufgemalt. Bedeutet: Er wird abgestraft, wenn er vor seinem eigenen Haus parkt. Der Wiener ortet Diskriminierung. Für Kevin ist dieser Umstand ärgerlich, denn: Er wurde nicht darüber informiert, auch nach Kontaktaufnahme bekam er laut eigener Aussage keine Informationen.
„Bei mir leben meine Großeltern, meine Großmutter hat Probleme mit der Wirbelsäule und ist dadurch in ihrer Mobilität eingeschränkt. Für sie ist die Möglichkeit, direkt vor dem Haus ein- und auszusteigen, besonders wichtig.“"Heute"-Leser Kevinversteht das Parkverbot vor seinem Haus gar nicht
"Heute" fragte in der Magistratsabteilung 46, Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten nach den Hintergründen der Baumaßnahme. Das Halte- und Parkverbot vor Kevins Haus soll demnach als Ausweichbucht für den Gegenverkehr dienen: "Damit wird eine Ausweichbucht geschaffen, die für das Abwarten bei Gegenverkehr notwendig ist."
Der Magistratsabteilung 46, Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten sei zwar bewusst, dass nicht alle Einzelinteressen bei diesen Verkehrsmaßnahmen "Genüge getan werden kann".
Insgesamt hätte die MA46 die Verkehrssituation im Hinblick auf die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs aber positiv beeinflusst. Kevin gefällt dies zwar nicht, er wird sich aber wohl mit dem Parkverbot vor seinem Haus abfinden müssen.