"Nur weil wir Roma sind"

Wiener darf nicht mehr vor seinem eigenen Haus parken

In der Donaustadt fühlt sich ein Wiener diskriminiert. Plötzlich gibt es ein Parkverbot vor seinem Haus. "Nur weil wir Roma sind", mutmaßt er.
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26.06.2026, 16:34
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Diese Baumaßnahme der Stadt Wien sorgt hier für großen Ärger! "Heute"-Leser Kevin traute Anfang der Woche seinen Augen nicht, als er Park- und Halteverbotsschilder vor seinem Haus am Rautenweg im 22. Bezirk (Wien-Donaustadt) sah. Wieso das Verbot aufgestellt wurde, war dem Wiener zunächst nicht klar. Der Mann, der der Volksgruppe der Roma angehört, vermutete zunächst einen Zusammenhang mit seiner Herkunft.

Am Dienstag wusste er dann, worum es ging: Direkt vor seinem Haus wurde eine gelbe Sperrlinie aufgemalt. Bedeutet: Er wird abgestraft, wenn er vor seinem eigenen Haus parkt. Der Wiener ortet Diskriminierung.

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Wiener wütet über Parkverbot: "Nur weil wir Roma sind"

Derzeit werden, so der Betroffene, am Rautenweg neue Parkmöglichkeiten geschaffen – "nur genau vor unserem Haus soll künftig ein Halte- und Parkverbot gelten", schimpft Kevin. Andere Anrainer hätten vor ihren Häusern jedenfalls kein Verbot aufgestellt bekommen. Der Wiener ortet Diskriminierung: "Nur weil wir Roma sind."

Das größte Problem: Weder im Netz noch nach Kontaktaufnahme mit den zuständigen Behörden konnte dem Wiener erklärt werden, wieso er nicht mehr vor seinem Haus parken darf. Besonders belastend sei das Park- und Halteverbot für seine Familie:

„Bei mir leben meine Großeltern, meine Großmutter hat Probleme mit der Wirbelsäule und ist dadurch in ihrer Mobilität eingeschränkt. Für sie ist die Möglichkeit, direkt vor dem Haus ein- und auszusteigen, besonders wichtig.“
"Heute"-Leserversteht das Parkverbot vor seinem Haus gar nicht

MA46: Parkverbot vor Haus musste sein

Kevin möchte niemandem ohne Beweise etwas unterstellen, aber: "Ich gehöre der Roma-Gemeinschaft an und empfinde es als besonders belastend, wenn ausgerechnet unser Haus in diesem Abschnitt anders behandelt wird. Für mich geht es um Gleichbehandlung."

"Heute" fragte in der Magistratsabteilung 46, Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten nach den Hintergründen der Baumaßnahme. Das Parkverbot vor Kevins Haus würde demnach mit dem flächendeckenden Parkpickerl zusammenhängen.

Parkverbot wegen Gegenverkehr

In den Bezirken, in denen bis dahin keine Verkehrszeichen oder Bodenmarkierungen für die Kennzeichnung von Stellplätzen vorhanden waren, werden laut MA46 derzeit die notwendigen Verkehrszeichen oder Bodenmarkierungen angebracht. "Das ist auch beim Rautenweg erfolgt. Nach einer verkehrstechnischen Bewertung, wie sie auch sonst überall in Wien stattfindet, wurde die größtmögliche Stellplatzanzahl durch die Verkehrszeichen 'Parken Anfang' und 'Parken Ende' ausgewiesen."

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Mit der gelben Linie vor Kevins Haus werde ein Halte- und Parkverbot angezeigt, da eine Ausweichbucht geschaffen wird, die für das Abwarten bei Gegenverkehr notwendig sei.

Positiver Einfluss für Straßenverkehr

"Der Behörde ist natürlich bewusst, dass bei den gesetzten Verkehrsmaßnahmen in diesem Ausmaß nicht alle Einzelinteressen aller Beteiligten Genüge getan werden kann und jede Änderung im Verkehr seine Vor- und Nachteile, je nach Lage des Wohnortes, mit sich bringt", erklärt die MA46.

Insgesamt sei die Verkehrssituation aber im Hinblick auf die Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs positiv beeinflusst und nunmehr bei den markierten Stellplätzen Rechtssicherheit hergestellt worden, so die MA46 abschließend.

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