Eine Zufallsbegegnung am Zebrastreifen endete am 12. Juni in Wien-Simmering beinahe tödlich: "Ich rannte bei rot über die Simmeringer Hauptstraße, um die letzte U-Bahn noch zu erwischen. Dann wurde ich von einem Taxi einfach angehupt", ärgerte sich der Syrer (29) im Gerichtssaal, in dem er sich wegen versuchten Mordes vorgeführt wurde.
Nachdem er dem Taxler wutentbrannt zuerst auf die Motorhaube geschlagen haben soll und seinen Spiegel zertrat, stieg der Autofahrer aus. "In diesem Moment rastete mein Mandant – ein Zniachterl – aus", fasste der Verteidiger des Mannes die Attacke zusammen.
Mit zwei mitgebrachten und extra nachgeschärften Rasierklingen schlitzte der Flüchtling laut Anklage dem Opfer Teile seines Halses auf, fügte ihm mehrere Schnitte zu. Nur durch Glück konnte der Taxilenker Angriffe, die laut Gutachten durchaus hätten tödlich enden können, abwehren und wurde nur leicht am Nacken und Hals verletzt.
Warum der Angeklagte überhaupt Rasierklingen dabeihabe, wollte die Richterin wissen. Auf seiner Flucht nach Österreich sei er durch acht Länder gereist. "Da hätte ich immer wieder Probleme." Deswegen versteckte er immer eine Rasierklinge im Mund, die man im Notfall Angreifern entgegenspucken könnte, so die seltsame Erklärung des Angeklagten.
Der Mann bekannte sich nur wegen Sachbeschädigung schuldig, es entkam ihm kein Wort der Entschuldigung. Am Nachmittag fiel das Urteil der Geschworenen: 18 Jahre Haft! Überraschenderweise nahm er den Richterspruch an, er ist somit rechtskräftig.