Hund leckt Mann ab, zwei Wochen später ist dieser tot

Die Liebe zu seinem Tier wurde einem 63-jährigen Mann zum Verhängnis. Nachdem sein Hund ihm über das Gesicht geschleckt hatte, starb er zwei Wochen später an einer schweren Infektion.
Er gilt als der beste Freund des Menschen. Viele schöne Momente bringen Hunde in unser Leben. Doch die Liebe zu seinem vierbeinigen Gefährten wurde für einen gesunden 63-Jährigen unbewusst zu dessen Todesurteil.

Zwei Wochen nachdem ihm sein Hund über das Gesicht geschleckt hatte, verstarb der Mann in einem Krankenhaus in der norddeutschen Hansestadt Bremen. Er war über den Speichel des Hundes mit dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus infiziert worden.

Multiples Organversagen

Alles begann scheinbar harmlos mit Grippe-Symptomen. Doch innerhalb von drei Tagen begannen sich Pusteln auf der Haut des 63-Jährigen zu bilden. Sofort wurde der Mann in das Spital eingeliefert, doch trotz aller Maßnahmen der Ärzte verschlechterte sich sein Zustand über den folgenden Tag rapide. Sein Hautgewebe blähte sich auf und begann regelrecht zu verfaulen, die inneren Organe zu versagen.

Nach einem Herzstillstand und erfolgreicher Reanimation musste der Patient künstlich beatmet werden. Der Hundebesitzer verstarb schließlich an einem septischen Schock und multiplem Organversagen, wie die behandelnden Ärzte im Fachmagazin "European Journal of Case Reports in Internal Medicine" Ende September schreiben.

CommentCreated with Sketch.14 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Capnocytophaga canimorsus-Infektionen bei Menschen sind sehr selten. Nur ein Mensch auf 1,5 Millionen ist von dem Bakterium betroffen. Bei den wenigen dokumentierten Fällen, war die Sterblichkeitsrate mit etwa 25 Prozent allerdings sehr hoch.

Appell an Ärzte und Hundebesitzer

Bisher wurde aber davon ausgegangen, dass für einen tödlichen Verlauf auch eine Immunschwäche, Alkoholsucht, oder das Fehlen der Milz dazukommen müssten. Weil all dies auf den in Deutschland verstorbenen Patienten nicht zutraf, warnen die Mediziner, dass offenbar auch eine geringe Menge des Bakteriums tödliche Folgen für einen bis dahin gesunden Menschen haben kann.

Sie raten deshalb: Hundebesitzer, die ungewöhnlich starke, grippeähnliche Symptome zeigen, sollten dringend zum Arzt gehen und dort auch erwähnen, dass sie einen Vierbeiner daheim haben. Eine rechtzeitige Antibiotika-Behandlung kann das Risiko auf einen tödlichen Ausgang enorm verringern.

Infektion überlebt, aber alle Gliedmaßen verloren

Der Deutsche ist aber nicht der einzige bekannte Fall: Greg Manteufel (49) aus den USA überlebte einen ähnlichen Vorfall nur knapp. Auch er wurde von einem Hund abgeleckt, die Folge war eine akute Blutvergiftung oder Sepsis. Innerhalb einer Woche mussten dem passionierten Harley-Fahrer beide Beine abgenommen werden, bald darauf beide Hände bis zum Ballen. Der Auslöser dieses Martyriums waren auch hier Capnocytophaga canimorsus-Bakterien.

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