Niederösterreich

Mann will Schadensersatz von Stadt, weil er stolperte

Bei einem Sturz über eine Bodenschwelle in Mödling brach sich Andreas K. das Schlüsselbein, jetzt will er Schadensersatz von der Stadt.
04.06.2020, 19:27

Doppelt schmerzhaft entpuppte sich ein Sturz über eine leichte Erhebung auf der Hauptstraße direkt vor einem Geschäft in Mödling: Andreas K. (Name geändert) stolperte über die Bodenschwelle, zog sich dabei einen Bruch des Schlüsselbeins, des Daumens und eine Verletzung am Kinn zu. Andreas K. ist der Meinung: „Ich kann nicht der einzige Fußgänger sein, der über diese unübersichtliche Schwelle stolpert. Das müsste entschärft werden."

Die ein- bis zwei Zentimeter hohe Schwelle hebt sich farblich nicht ab, ist laut einem Gutachten durchaus als potentielle Stolperfalle zu sehen. Andreas K. klagte deshalb, wurde aber abgewiesen, er wandte sich daraufhin an die Volksanwaltschaft. Doch auch der Volksanwalt lehnte ab aktiv zu werden – "Heute" berichtete.

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Bürgermeister verweist an Versicherung

Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner meinte damals: "Es handelt sich um eine leichte Erhebung zwischen Fahrbahn und Rad-Fußweg, rund 1 bis 2 Zentimeter. Sämtliche Verkehrswege sind selbstverständlich von der Landesinnung abgenommen. Und es gibt sehr wohl einen farblichen Unterschied. Wenn alles zugeparkt ist, ist es eventuell schwerer sichtbar. Und so ein Unfall ist ein versicherungstechnischer Fall."

Stadtchef Hans Stefan Hintner
Archiv


Doch der Unfall aus dem Jahr 2017 lässt der Stadt Mödling auch jetzt noch keine Ruhe, denn Andreas K. will jetzt Schadensersatz. "Innerhalb offener Frist fordere ich hiermit Schadenersatz und Schmerzensgeld von der Stadt Mödling und ersuche um Zahlung bis 24.06.2020, andernfalls ist mein Rechtsanwalt beauftragt, den Betrag gerichtlich einzufordern", schreibt K. in einem Brief an die Stadt.

Bleibende Narbe

Gestaltung und Positionierung der Bodenschwelle, seien von der Stadt grob fahrlässig angebracht worden. "Ich musste mich nach dem Sturz in stationäre ärztliche Behandlung begeben und zwei Operationen unterziehen. Die Verletzung am Kinn führte zu einer bleibenden Narbe", führt er weiter aus.

Von der Stadt fordert Andreas K. nun 6.400 Euro Schadensersatz auf sein Konto, eigentlich hatte er 8.000 Euro errrechnet. 1.600 Euro wegen seines "Eigenverschuldens in der Höhe von 20 Prozent" zog er dabei bereits ab. Dass die Stadt auf das Angebot eingehen wird, darf wohl bezweifelt werden.