Mann wollte mit Toaster Familie auslöschen – Prozess

Der Beschuldigte soll versucht haben, seine Familie mit einem Toaster auszulöschen.
Der Beschuldigte soll versucht haben, seine Familie mit einem Toaster auszulöschen.Daniel Scharinger
Mit einem Toaster und Camping Gas-Kartuschen soll ein Mann (22) versucht haben, seine Ex sowie zwei Kinder zu töten. Der Prozess wurde vertagt. 

Um 8.30 Uhr startet im Schwurgerichtssaal im Erdgeschoß des Rieder Landesgerichts einer der wohl spektakulärsten Prozesse der vergangenen Jahre. Auf der Anklagebank wird Robin G. (22), seit Sommer letzten Jahres in Untersuchungshaft, Platz nehmen.

In der für achteinhalb Stunden angesetzten Verhandlung muss sich der Beschuldigte aufgrund des Verbrechens der absichtlich schweren Körperverletzung sowie wegen des Verbrechens des Mordes verantworten. 

Konkret soll der junge Mann in der Nacht zum 17. Juli 2020 versucht haben, seine Ex-Freundin sowie zwei Kinder (5 Jahre und zehn Monate alt) umzubringen – mit einem Toaster.

Wie in der Anklageschrift, die "Heute" vorliegt, geschrieben steht, soll der Angeklagte an jenem besagten Abend zu einer finalen Aussprache in die Wohnung seiner Ex-Freundin Johanna G. (26) in Rainbach/I.(. (Bez. Schärding) gefahren sein. Die beiden lebten zu diesem Zeitpunkt rund zwei Wochen von einander getrennt. 

Nach Aussprache Wohnung verlassen

Nach der Aussprache, laut Anklage gegen 21 Uhr, verließ der Mann die Wohnung aber wieder. Der leidenschaftliche Angler sei daraufhin spazieren gegangen, um sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Gegen Mitternacht kehrte er dann in die Wohnung in Rainbach zurück – mit fatalen Folgen.

In der Folge habe er das Mobiltelefon von Johanna G., welches im Schlafzimmer am Nachtkästchen lag, kontrolliert. Durch die Kontrolle des WhatsApp-Chat-Verlaufs am Handy vermeinte er den Beweis dafür gefunden zu haben, dass seine Ex-Freundin eine sexuelle Beziehung zu einem anderen Mann unterhält.

In der Anklageschrift steht dann weiter geschrieben: "Als er die zweifache Mutter gegen 1.30 Uhr deswegen im Schlafzimmer nochmalig zur Rede stellte, meinte diese, dass ihn das nichts mehr angehen würde, lachte ihn aus und forderte ihn auf, das Schlafzimmer zu verlassen.

Das tat der damals 21-Jährige auch. In der folgenden Stunde soll er dann in der Küche drei halbe Bier getrunken und drei bis vier Mexalen-Tabletten (Schmerzmittel) geschluckt haben (wir berichteten). Gegen 2.30 Uhr habe er dann noch einmal mit der Frau reden wollen. Sie wollte aber nichts mehr von ihm hören.

Als diese ihn aber erneut des Schlafzimmers verwies, sollen sich die schrecklichen Vorwürfe abgespielt haben. Denn laut Staatsanwalt stürzte sich der Beschuldigte auf seine Ex und würgte sie bis zur Bewusstlosigkeit. Der fünfjährige Stiefsohn soll währenddessen sogar ins Schlafzimmer gekommen sein. Der Angeklagte habe ihn aufgefordert, fernsehen zu gehen. Die gemeinsame Tochter (zehn Monate alt) schlief zur selben Zeit neben der Mama in einem Gitterbett.

Kinder in halbvolle Badewanne gesetzt

Das kaum Vorstellbare soll sich dann danach ereignet haben. Demnach habe er beide Kinder geschnappt und in die halbvolle Badewanne gesetzt. Anschließend soll er selbst ein Bein ins Wasser gestellt und den angesteckten Elektrotoaster hineingeworfen haben. Dieses Vorhaben scheiterte, weil sofort der Fehlerstrom-Schutzschalter auslöste, heißt es in der Anklageschrift. Die Mutter lag zu diesem Zeitpunkt noch bewusstlos im Bett. 

Das Martyrium war danach für die Kinder aber noch nicht beendet. So soll Robin G., der vom Linzer Staranwalt Andreas Mauhart vertreten wird, danach in den Keller gegangen sein und zwei Camping-Gaskartuschen mit Brennern geholt haben. Den Buben habe er zurück in sein Zimmer geschickt, seine kleine Tochter ins Gitterbett gelegt.

Die Gaskartuschen soll er dann im Schlafzimmer platziert haben. Nachdem er die Tür verschlossen hatte, drehte er laut Anklageschrift die Gashähne mit dem Vorsatz auf, Johanna G. und die gemeinsame Tochter sowie sich selbst durch das ausströmende Gas zu ersticken. Demnach habe er seine Tochter aus dem Gitterbett genommen und sich neben seine Ex-Freundin gesetzt.

Mädchen begann zu schreien

Nur weil das Mädchen plötzlich laut zu schreien begann, sei die Mama aufgewacht und konnte Schlimmeres verhindern. Die zweifache Mutter habe den Gasgeruch sofort wahr genommen und ihren Ex aufgefordert, das Gas abzudrehen und die Fenster zu öffnen. Dieser Forderung soll er nachgekommen sein. Anschließend sei er geflüchtet.

In seinem Elternhaus habe er später noch versucht, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen, ehe er am darauffolgenden Tag einfach zum Fischen gegangen sein soll. Die 26-Jährige hatte in der Zwischenzeit Anzeige bei der Polizei erstattet. Ermittlern des LKA ist es dann gelungen, den Beschuldigten am Handy zu erreichen. Sie konnten ihn dazu bewegen, sich zu stellen.

Bei der Einvernahme zeigte sich Robin G. zu den Vorwürfen geständig. Aus psychiatrischer Sicht müsse laut Top-Psychologin Adelheid Kastner im Tatzeitraum von einem Zustand der Zurechnungsfähigkeit ausgegangen werden.

Nach rund zehn Stunden wurde der Prozess gegen 18.30 Uhr vertagt. Am Donnerstag wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann wird es auch mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Urteil geben. Dem Angeklagten droht lebenslange Haft. 

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