Fünfeinhalb Jahre nach dem Tod von Fußball-Ikone Diego Maradona muss sich sein medizinisches Team erneut vor Gericht verantworten. Ab Dienstag wird der Prozess in San Isidro nördlich von Buenos Aires neu aufgerollt.
Das ursprüngliche Verfahren war nach 21 Verhandlungstagen im Mai des Vorjahres für nichtig erklärt worden. Grund: Eine Richterin der dreiköpfigen Kammer wurde wegen Befangenheit suspendiert, nachdem sie an einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über den Prozess mitgearbeitet hatte.
Jetzt stehen sieben Ärzte und Pfleger vor Gericht. Der Prozess dürfte sich über Monate ziehen – angesetzt sind zunächst zwei Verhandlungstage pro Woche, rund 90 Zeugen sollen aussagen.
Die Staatsanwaltschaft wirft unter anderem Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seiner Psychiaterin Agustina Cosachov sowie weiteren Beteiligten Totschlag vor. Auch ein Psychologe, ein weiterer Arzt, die medizinische Koordinatorin der Krankenversicherung und zwei Pfleger sind angeklagt.
Alle Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 25 Jahre Haft. Gegen eine weitere Krankenschwester läuft ein eigener Prozess.
Maradona war am 25. November 2020 im Alter von 60 Jahren in einer privaten Wohnanlage an einem Herzinfarkt gestorben. Zuvor hatte sich der Weltmeister von 1986 einer Gehirnoperation unterzogen.
Ermittler gehen davon aus, dass bei der häuslichen Pflege des gesundheitlich schwer angeschlagenen Ex-Stars schwere Fehler passiert sind.