Rewe-Chef fordert längere Öffnungszeiten in Österreich

Der Rewe-Österreich-Chef, Marcel Haraszti, fordert die radikale Liberalisierung der Arbeits- und Öffnungszeiten.
Der Rewe-Österreich-Chef, Marcel Haraszti, fordert die radikale Liberalisierung der Arbeits- und Öffnungszeiten.(Bild: iStock)
Der Chef von Rewe Österreich fordert die radikale Liberalisierung der Öffnungszeiten. Diese würden jedoch nicht auf die Kosten der Mitarbeiter gehen.

Der Rewe-Österreich-Chef, Marcel Haraszti, fordert die radikale Liberalisierung der Arbeits-und Öffnungszeiten. In einem Interview mit dem "Standard" (Freitag) brachte er den Vorschlag ein, dass mehrere Mitarbeiter sich einen Arbeitsplatz teilen könnten. Bei den regulären Ladenöffnungszeiten hatte sich der Rewe-Chef bisher eine Ausweitung von 72 auf 76 Stunden pro Woche gewünscht, nun schilderte er seine konkreten Vorstellungen. 

"Wir brauchen eine komplette Liberalisierung der Öffnungszeiten. Den Sonntag nehme ich davon aus. Unter der Woche aber zwischen acht und neun Uhr abends: Sie können sich nicht vorstellen, wie viele Mitarbeiter gerne hier arbeiten würden, Studenten etwa nach der Uni. Die Zuschläge erhöhen den Verdienst deutlich."

Rewe-Vorstand Marcel Haraszti
Rewe-Vorstand Marcel HarasztiHelmut Graf

Nicht auf Kosten der Mitarbeiter 

Ende November hatte Haraszti in der "Kronen Zeitung" zum Thema Ladenschluss erklärt, "wir müssen regionaler werden." Aus diesem Grund sollten beispielsweise Filialen in der Stadt bis 23 Uhr offen halten dürfen, während man an Standorten, die von Pendlern stark frequentiert werden, schon ab sechs Uhr in der Früh aufsperren möchte. Dies sei derzeit aber nicht möglich. Österreich habe nämlich "das älteste Öffnungszeiten-Gesetz Europas."

Es gebe kein Land, das prädestinierter sei für den Onlinehandel als Österreich. "Die Amazon-Manager schmunzeln über Österreich. Sie sind dankbar für die Öffnungszeiten aus den 50er-Jahren", sagte der Rewe-Chef im "Standard". Er geht davon aus, dass Amazon in Österreich sicher vermehrt Lebensmittel ausliefern werde.

Doppelmoral bei Öffnungszeiten

Haraszti merkte an, dass, wer nicht wolle, bei der Rewe-Gruppe (Billa, Merkur, Bipa, Penny) aber auch nicht länger arbeiten müsse. Auch erklärte er in dem Interview, dass längere Öffnungszeiten nicht auf die Kosten der Mitarbeiter gehen würden. Auch viele Jungunternehmer würden gerne abends länger offen halten. "Eine Tankstelle darf rund um die Uhr verkaufen, ein Kiosk nicht. Das ist Doppelmoral."

Außerdem: "Wir beklagen uns ständig über den Onlinehandel, schaffen aber in Österreich keine Rahmenbedingungen, um wettbewerbsfähig zu sein." Sonntags würde er gern online Lebensmittel ausliefern. "Man kann sonntags ja auch eine Pizza bestellen. Am Sonntag sind die meisten Menschen zu Hause. Das sollte kein Tabu sein." Der Umsatz, den Rewe mittlerweile via Internet im Land umsetzt, entspreche 17 Billa- und 14 Bipa-Filialen. Heuer habe es um 80 Prozent mehr Bestellungen gegeben als im Vorjahr.

Flexibilität wünscht sich der Rewe-Manager auch bei den Arbeitszeitmodellen. "Zwei, drei Mitarbeiter könnten sich etwa einen Arbeitsplatz teilen und sich dafür selbst die Stunden einteilen."

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