Martin Kocher: "Kurzarbeit ist keine Dauerlösung"

Martin Kocher sprach am Dienstag im Ö1-Morgenjournal über seinen neuen Job als Arbeitsminister und ob er sich als Teil des ÖVP-Teams sieht.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Montag den neuen Arbeitsminister Martin Kocher angelobt, am Donnerstag wird der 48-Jährige dann im Nationalrat präsentiert. Der Salzburger ist zwar parteifrei, zieht aber auf einem ÖVP-Mandat in die Regierung ein.

Aber warum tut sich Kocher diesen Schritt überhaupt an? "Wird sind aufgrund der Corona-Pandemie in einer schwierigen Lage und es war notwendig, Verantwortung zu übernehmen", erklärt der neue Arbeitsminister am Dienstag im Ö1-Morgenjournal. "Ich konnte das Angebot einfach nicht ablehnen und ich werde mich mit voller Kraft dafür einsetzen, dass die Zahl der Arbeitslosigkeit sinkt".

Eine schwierige Aufgabe in Zeiten von Corona! Rund 520.000 Personen sind in Österreich derzeit als arbeitslos gemeldet, 400.000 weitere sind in Kurzarbeit. Für Kocher ist das Modell der Kurzarbeit aber "keine Dauerlösung". "Kurzarbeit ist immer für Krisenzeiten gedacht. Wir müssen schauen, dass wir aus der Kurzarbeit wieder aussteigen können", stellte Kocher im Ö1-Morgenjournal klar.

Kurzarbeit funktioniert "sehr gut", aber kein "Dauerinstrument"

Laut dem 48-Jährigen habe sie zwar "sehr gut funktioniert und geschafft, dass nicht noch mehr Menschen in Österreich ihren Job verloren haben", sie sei aber eben kein "Dauerinstrument". Bis März gilt das jetzige Modell der Kurzarbeit jedenfalls noch. Doch wie geht es dann weiter? "Es gibt laufend Gespräche mit den Sozialpartnern", so der Salzburger. Bis Februar soll ein konkretes Konzept stehen, wie es dann mit der Kurzarbeit weitergehen wird.

Doch welche Branchen bzw. Sektoren sollen weiter von der Kurzarbeit profitieren? Der Tourismus, die Gastronomie, der Handel? "Derzeit profitieren alle Sektoren", sagt Kocher. Wer davon auch in Zukunft profitieren wird, hänge auch damit zusammen, "wie sich die Corona-Lage in Österreich entwickelt" und ab wann beispielsweise die Gastronomie wieder geöffnet werden könne.

"In zwei Wochen wissen wir hoffentlich mehr und wir werden das Kurzarbeit-Modell sicher darauf anpassen. Wir müssen aber schauen, wie die Pandemie weitergeht", so Kocher im Ö1-Morgenjournal. Auch zu Thema "Homeoffice-Gesetz" äußerte sich der Nachfolger von Christine Aschbacher und sagt: "Es muss einen Ausgleich geben zwischen den Beteiligten. Es betrifft nicht nur die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern auch die öffentliche Hand".

"Sehe mich als Teil des Regierungsteams"

Und weiter: "Ich bin aber optimistisch, dass wir das bald vorlegen können. Wir sprechen gerade darüber und das hat auch eine hohe Priorität." Denn: Es werde sicher auch nach der Pandemie weiter Homeoffice geben und dafür brauche es Regelungen.

Auf die Frage, ob sich Martin Kocher als Teil des ÖVP-Teams sieht, antwortete er: "Ich sehe mich als Teil des Regierungsteams, aber auch eines Regierungsprogramms. Sonst hätte ich nicht zugesagt. Ich bin auch als Experte in der Regierung und werde mich da auch gut einbringen". Die Frage, ob er bei der letzten Wahl ÖVP gewählt hat, ließ der Arbeitsminister offen.

Doch hätte der Salzburger auch in einer schwarz-blauen Koalition als Minister gearbeitet? "Diese Frage kann ich gar nicht leicht beantworten. Aber sagen wir so: Diese Konstellation, die wir jetzt haben, gefällt mir besser".

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