Masern-Ausbruch bei ausgeflogenen Afghanen

Afghanische Flüchtlinge, die auf Militärstützpunkten in den USA eingetroffen seien, würden nun unter anderem gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft.
Afghanische Flüchtlinge, die auf Militärstützpunkten in den USA eingetroffen seien, würden nun unter anderem gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft.Reuters
Es laufen derzeit weitere Evakuierungen aus Kabul. Gleichzeitig wird ein Masern-Ausbruch bei ausgeflogenen Afghanen bekannt.

Mit den ersten Passagierflügen aus Kabul seit Ende der chaotisch verlaufenen militärischen Evakuierungsflüge haben mehr als 250 Ausländer Afghanistan verlassen können. Binnen drei Tagen seien mehr als 250 ausländische Staatsbürger – darunter Dutzende US-Amerikaner – ausgeflogen worden, teilte der US-Sondergesandte für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, am Samstag auf Twitter mit.

Masern-Fälle bei ausgeflogenen Afghanen

Nach dem Auftreten mehrerer Masern-Fälle lässt die US-Regierung die aus Afghanistan ausgeflogenen Menschen vorerst nicht ins Land. Bei den kürzlich angekommenen Afghanen seien vier Fälle von Masern festgestellt worden, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington. Die Betroffenen seien in Quarantäne. Als "Vorsichtsmaßnahme" und auf Empfehlung der Gesundheitsbehörden seien die Flüge mit den Afghanen in die USA vorerst ausgesetzt worden.

"Alle jetzt ankommenden Afghanen werden gebeten, sich gegen Masern impfen zu lassen", fügte Psaki hinzu. Afghanische Flüchtlinge, die auf Militärstützpunkten in den USA eingetroffen seien, würden nun unter anderem gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft.

Die US-Regierung prüft laut Psaki zudem die Möglichkeit, auch jene zu impfen, die sich noch auf Militärstützpunkten in anderen Ländern befinden. Die USA nutzen unter anderem den US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz als Transitort für tausende Afghanen, die nach der Evakuierungsmission am Hindukusch in die USA umgesiedelt werden sollen.

Nato leitet Untersuchung ein

Die Nato hat nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg "eine umfassende Untersuchung" zum desaströs geendeten Afghanistan-Einsatz eingeleitet. "Die Ereignisse der letzten Wochen waren tragisch für die Afghanen und erschütternd für alle, die sie unterstützen", schrieb Stoltenberg in einem Gastbeitrag für die "Welt am Sonntag". Es gebe viele schwierige Fragen bezüglich des Nato-Engagements, die man sich nun ehrlich stellen müsse. "Wir müssen Lehren daraus ziehen."

Zugleich machte Stoltenberg deutlich, dass sich das Militärbündnis nicht vollständig zurückziehen will. "Afghanistan wird nicht die letzte Krise sein, in der Nordamerika und Europa gemeinsam, mithilfe der Nato, handeln müssen", erklärte der frühere norwegische Regierungschef. "Es wird immer jemanden geben, der uns schaden will. Das haben wir am 11. September (2001) und seitdem noch bei vielen anderen Terroranschlägen gesehen."

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