Behörden schlagen Alarm

Masern-Infizierter besuchte Konzert mit tausenden Fans

Alleine in Tirol gab es heuer bereits 79 Masern-Fälle. Diese Zahl dürfte nun noch deutlich steigen.

Newsdesk Heute
Masern-Infizierter besuchte Konzert mit tausenden Fans
Der Infizierte besuchte ein Konzert in der Innsbrucker Olympiaworld (Archivbild).
Jakob Gruber / EXPA / picturedesk.com

Nicht erst seit Corona gilt Österreich als überaus impfskeptisches Land, obwohl Immunisierungen wie jene gegen Masern seit Jahrzehnten erprobt sind und diese Krankheiten komplett ausrotten könnten. So kommt es, dass es derzeit eine regelrechte Explosion der Masern-Fälle gibt.

2014 wurde mit Sorge über einen Anstieg von 30 Fällen im Vorjahr auf nunmehr 79 berichtet. Von solchen Zahlen kann man aktuell nur träumen. Alleine seit 1. Jänner 2024 vermeldet die AGES 293 bestätigte Masernerkrankungen. 2023 waren es noch 186, wohlgemerkt im gesamten Jahr.

Masern-Infizierter bei Konzert

Am Samstag gab nun das Land Tirol ein Update zur aktuellen Masernsituation – mit einem beunruhigenden Detail. Eine der aktuell an Masern erkrankten Personen hat sich nach aktuellem Kenntnisstand – unwissend über die Erkrankung – während dem ansteckungsfähigen Zeitraum am Freitag, 8. März 2024, beim James Blunt-Konzert in der Olympiaworld in Innsbruck aufgehalten.

Personen, die sich ebenfalls dort aufgehalten haben – insbesondere im Bereich des Parketts rechts mittig, sind aufgerufen, ihren Impfstatus und den ihrer Familienangehörigen auf zwei Masern-Impfungen zu prüfen (im Impfpass etwa unter MMR-Impfung als MMRvaxPro oder Priorix zu erkennen) und erforderlichenfalls schnellstmöglich nachzuholen.

Nie zu spät für Impfung

Personen, bei welchen grippale Krankheitszeichen als Vorerkrankung im Bereich der Atemwege auftreten (7 bis 21 Tage nach dem Kontakt, entsprechend der Länge der möglichen Inkubationszeiten), sollen sich isolieren und zunächst eine Ordination, die Rettung oder das Krankenhaus telefonisch vorinformieren.

Nach einer Inkubationszeit von sieben Tagen beginnt die mögliche ansteckungsfähige Zeit, im konkreten Fall demnach mit 15. März und kann bis zum 29. März 2024 andauern. Eine Impfung in der Inkubationszeit kann den Krankheitsverlauf abschwächen. Eine Impfung von Familienangehörigen schützt diese, sollte eine Erkrankung auftreten. Zweifach geimpfte Personen sowie Personen, die bereits eine Masererkrankung durchlaufen haben, gelten als immun.

Insgesamt wurden in Tirol im heurigen Jahr bislang 79 gesicherte Masern-Erkrankungen verzeichnet. Vier Personen davon bedurften einer Behandlung im Krankenhaus – Masern sind hochansteckend und mit einer Komplikationsrate von 20 Prozent risikobehaftet. Auch wenn derzeit keine dieser 79 Personen mehr als aktuell für Masern ansteckend gilt, können von diesen und weiteren Personen dennoch Folgefälle erwartet werden.

Eine Masern-Erkrankung ist meldepflichtig. Eine Infektion mit Masernviren kann zu schweren Erkrankungen führen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Der wirksamste Schutz für einen selbst, aber auch für andere ist eine frühzeitige – ab vollendetem 9. Lebensmonat – zweimalige Masern-Mumps-Röteln-Impfung, die sogenannte MMR-Impfung. Nach zwei Impfungen ist eine Erkrankung nahezu ausgeschlossen. Die Impfung kann zu jedem Zeitpunkt kostenlos nachgeholt werden.

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    Pressefoto Scharinger / Andreas ZEECK

    Auf den Punkt gebracht

    • In Tirol gab es in diesem Jahr bereits 79 Masernfälle, was auf eine regelrechte Explosion der Masernfälle hindeutet, obwohl Immunisierungen wie jene gegen Masern seit Jahrzehnten erprobt sind
    • Ein besorgniserregendes Detail ist, dass eine an Masern erkrankte Person sich während des ansteckungsfähigen Zeitraums auf einem großen Konzert in Innsbruck aufgehalten hat, was zu einem Aufruf an alle Besucher des Konzerts führt, ihren Impfstatus zu überprüfen und erforderlichenfalls schnellstmöglich nachzuholen
    • Es wird betont, dass es nie zu spät für eine Impfung ist und dass Masern hochansteckend und mit einer Komplikationsrate von 20 Prozent risikobehaftet sind
    red
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