Masken verstopfen Klos – Reinigungsfirma schlägt Alarm

Hast du auch schon eine Maske das WC runtergespült? Aufgepasst! Sie könnte eine WC-Leitung verstopfen. Es gibt einen Ansturm auf Reinigungsfirmen.

"Wir werden seit der Maskentragpflicht fast täglich damit beauftragt, Verstopfungen in Schmutzwasserleitungen zu beheben", sagt Reto Hofmann, Geschäftsführer vom Reinigungsunternehmen Kanal-Kollektiv. Viele Schweizer würden ihre Corona-Masken die Toilette runterspülen, weil sie kontaminiert sein könnten. Im Gegensatz zu Toilettenpapier lösen sich die Masken aber im Wasser nicht auf. Das verursache Verstopfungen und Überschwemmungen, warnt Hofmann.

Große Schäden könne es zum Beispiel in Mehrfamilienhäusern geben, wo die engen Sammelleitungen oft verstopft seien – und dann hätten alle Bewohner ein Problem. Die Masken blieben in Schweißnähten und Leitungsbögen hangen. Das Material, das von den Toiletten runtergespült werde, verstopfe dann die Leitungen komplett.

Versicherungen übernehmen Schäden oft nicht

Viele Versicherungen würden es als grob fahrlässig erachten, Masken im WC runterzuspülen und darum den Schaden nicht oder nur teilweise übernehmen. "Deshalb beauftragen uns Liegenschaftsverwaltungen vermehrt damit, mittels Rohrkamera die Ursache einer Verstopfung zu eruieren", sagt Hofmann. Das sei allerdings ein schwieriges Unterfangen.

ERZ Entsorgung + Recycling Zürich sagt auf Anfrage von "20 Minuten", dass die für den Unterhalt der Kanalisation zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit der Einführung der Maskenpflicht "vereinzelte Masken" in der Kanalisation finden würden. Diese würden aber nicht zu Verstopfungen der Kanalisation führen. Auch die Mobiliar nimmt Stellung: Sie könne nicht beurteilen, ob es in in letzter Zeit durch die Masken vermehrt zu verstopften Rohrleitungen gekommen sei. Das werte man nicht aus.

Im Rahmen ihrer Haushalts- und Gebäudeversicherung bietet die Versicherung aber auch einen Rohrreinigungsservice an. Man übernehme die Kosten für die Durchführung der notwendigen Sofortmaßnahmen inklusive Rohrreinigungsservice bis maximal 1.000 Franken (rund 907 Euro) pro Schadenereignis, ohne Selbstbehalt. Entstehe aufgrund der verstopften Wasserleitung ein Folgeschaden am Gebäude, entschädige man den Folgeschaden, der durch das ausfließende Wasser entstanden ist.

20 Prozent mehr Aufträge wegen Masken

Eigentlich könne er sich ja über das zusätzliche Geschäft freuen, sagt Hofmann. Das Auftragsvolumen habe seit Sommer alleine wegen der Masken um 20 Prozent zugenommen. Viele Aufträge müsse man sogar ablehnen, da man nicht mehr nachkomme. Sein Team sei in der Nacht auf Montag in Zürich-Wiedikon um 2.30 Uhr ausgerückt, um eine Maske zu entfernen. Sie habe sich in einem Leitungsbogen verheddert und die Toilettenspülungen verstopft. In den letzten Monaten habe es wegen der Masken immer wieder solche Einsätze gegeben.

Um die Situation besser zu meistern, seien kostspielige Investitionen in Fahrzeuge, Maschinen und Zubehör nötig. Da aber nicht klar sei, wie lange es die Maskentragpflicht noch gibt, sei das nicht sinnvoll. "Deshalb appellieren wir unermüdlich an unsere Kunden, die Masken nicht in der Toilette runterzuspülen", sagt Hofmann.

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