Nach mehr als eineinhalb Jahren Corona-Maßnahmen, Verschärfungen und Lockerungen haben viele Österreicher den Durchblick im Corona-Verordnungsdschungel verloren. Zwar werden unter 1G, 2G und 3G längst keine Generationen des Mobilfunknetztes mehr verstanden – doch wann und wo geimpft, genesen und oder getestet gilt, wissen die wenigsten. Auch die Rückkehr der FFP2-Maskenpflicht bereitet vielen Bürgern Kopf zerbrechen. Ab 15. September werden unterschiedliche Masken-Regeln für Geimpfte und Ungeimpfte in Kraft treten.
Weil die Zahlen immer weiter steigen könnten, führte die Regierung ein Stufensystem mit neuen Verschärfungen ein, das sich auf die prozentuelle Belegung der Intensivbetten bezieht. Bei einem "Heute"-Straßenquiz in der Wiener City wurde das Wissen über die Corona-Regeln auf den Prüfstand gestellt (Video unten).
Bei der "Heute"-Befragung verrieten die Wiener, ob sie sich noch auskennen, was ab nächsten Mittwoch gilt:
Anita (56) gibt ehrlich zu: "Es ist für mich nicht ganz durchsichtig, wo ich genau welche Maske verwenden soll."
Studentin Anna (22) aus Deutschland ist erst seit letzter Woche in Wien: "Ich habe jetzt mitbekommen, dass es ab dem 15. September wieder Verschärfungen geben soll. Zumindest werden teilweise in Innenräumen wieder Masken verwendet, wie zum Beispiel im Theater. Ob es jetzt mehr um 7-Tages-Inzidenzen oder Intensivbettenbelegung geht, habe ich nicht mitbekommen, aber ich glaube, das ist erst im Machen. Es ist momentan ein Umbruch, weil jetzt auf andere Werte geschaut wird." Ihre Freundin Rebecca (22) ist länger im Lande, blickt aber auch nicht ganz durch: "Ich vermute FFP2-Masken werden bald benötigt, aber wer sie tragen muss, weiß ich jetzt nicht."
Senior Kurt (72) ist doppelt geimpft und trägt weiterhin auch in Geschäften FFP2: "Grundsätzlich bin ich bereit diese Sachen mitzutragen, aber als Geimpfter ist mir das Ganze eigentlich wurscht. Ich achte nicht darauf, sondern treffe Vorsorge, dass nichts passiert, indem ich wenig Leute treffe und Abstand halte. Man sollte das nicht überdramatisieren und den Hausverstand einschalten."
Die Abkürzungen 1G und 2G sorgen für große Verwirrung: Im Falle von Großevents wie dem Donauinselfest bedeutet 1G, dass man einen negativen PCR-Test vorweisen muss, während in aktuellen Diskussion darunter auch der Zutritt für Geimpfte gemeint wird. Im Zuge der aktuellen Verschärfungen bedeutet 2G (geimpft, genesen), wobei in letzter Zeit unter der Abkürzung auch getestete Geimpfte bzw. Genesene verstanden wurden.
Rätsel aufgelöst: alle Infos zum Stufenplan gibt es in der Grafik unterhalb.
Bei der Befragung wurden beide Bedeutungsmöglichkeiten für 2G genannt. Anita und Kurt verstehen darunter geimpft und genesen, während Studentin Rebecca findet, dass 2G für etwas anderes stehen soll: "Die Tests sind sinnvoll auch für Geimpfte und Genesene. Ich habe die Befürchtung, dass jene sich nicht mehr testen, weil es ihnen nichts mehr bringt und das finde ich nicht richtig."