Massive Teuerung – nun sogar Engpässe in Sozialmärkten

Sozialmarkt im zehnten Bezirk (Symbolbild)
Sozialmarkt im zehnten Bezirk (Symbolbild)FOLTIN Jindrich / WirtschaftsBlatt / picturedesk.com
Aufgrund der Teuerungswelle kaufen immer mehr Menschen in Sozialmärkten ein. Da aber weniger Waren gespendet werden, kommt es zu Engpässen.

Der Ukraine-Krieg treibt die Preise in vielen Bereichen in die Höhe. Die Inflation liegt mittlerweile bei 7,2 Prozent. Neben Strom, Gas und Mietensind auch Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs empfindlich teurer geworden.

Immer mehr Menschen kaufen deshalb in Wien in Sozialmärkten ein. Da aber derzeit weniger Waren an diese Einrichtungen gespendet werden, kommt es teilweise zu Engpässen, berichtet "ORF Wien".

Einige Lebensmittel werden knapp

"Wir würden mehr Ware brauchen, um alle bedürftigen Personen optimal versorgen zu können", sagt der Leiter der SOMA-Sozialmärkte des Wiener Hilfswerks, Peter Kohls gegenüber "Radio Wien".

Bei den Märkten in Neubau und Penzing sind derzeit etwa Nudeln, Reis und Fleisch Mangelware. Auch beim Obst und Gemüse wird es knapp.

Hauptgrund für die Engpässe sei laut Kohls die stark gestiegene Nachfrage. Gleichzeitig sind die Spendenwaren "leicht rückgängig". Viele Unternehmen würden direkt an die Ukraine spenden, auch gibt es Engpässe bei den Herstellern.

Kundenanzahl um ein Viertel gestiegen

Die Zahl der aktiven Kundinnen und Kunden bei den SOMA-Sozialmärkten ist in den letzten Monaten stark angestiegen. Zu Jahresbeginn waren es 3.600, inzwischen wurden rund 4.400 gezählt, also etwa ein Viertel mehr. Besonders seit Mitte März werde in den Märkten so viel eingekauft wie noch nie. 

Viele kommen wegen der Teuerung: "Diese Leute merken jetzt wahrscheinlich, dass sie gar keine andere Wahl mehr haben, als sich noch irgendwo Geld zu ersparen. Deswegen werden sie jetzt auf die Sozialmärkte aufmerksam", so Kohls. Auch viele Ukraine-Flüchtlinge würden hier einkaufen.

Laut einer Liste der Stadt Wien gibt es derzeit 27 Sozialmärkte für Lebensmittel in Wien. Die Regeln für den Einkauf sind je nach Anbieter verschieden. In den Sozialmärkten des Samariterbundes und des Hilfswerks gelten beispielsweise Einkommensgrenzen.

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