Wiener schlugen sich bei Matura am schlechtesten

Wien ist das Schlusslicht im Bundesländer-Ranking.
Wien ist das Schlusslicht im Bundesländer-Ranking.Bild: iStock, heute.at
Jetzt liegen die Noten des Matura-Sommertermins aus dem Schuljahr 2017/18 vor. Neben einer "Fetzen"-Flut in Mathematik gibt es weitere Besonderheiten.
Im Schuljahr 2017/18 waren österreichweit 37.781 Schüler zur standardisierten Reife-und Diplomprüfung – kurz Matura –zugelassen. Das geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor. Wie bereits in den letzten Jahrzehnten lag der Frauenanteil mit 57,6 Prozent deutlich über dem der Männer (42,4 Prozent).

Angstfach Mathematik

Gleich vorweg: Mathematik war die größte Herausforderung für Österreichs Maturanten. 22,4 Prozent (2017: 11,9 Prozent) der AHS-Schüler fassten bei ihrem ersten Antritt ein "Nicht Genügend" aus. Dank Nachprüfung besserten sich die meisten ihre negative Note aus – 7,1 Prozent blieben trotzdem auf dem "Fleck" sitzen (2017: 4,8 Prozent).

An den BHS verringerte sich der Anteil der negativ beurteilten Schüler von 19,7 Prozent durch die Nachprüfung auf 5,5 Prozent (2017 von 9,1 Prozent auf 3,5 Prozent). Das Bildungsministerium hat bereits Maßnahmen angekündigt – "Heute.at" berichtete.

In den anderen beiden Hauptfächern, Deutsch und Englisch, konnten die Maturanten eher durchatmen. Die ohnehin schon niedrige Durchfallquote beim ersten Termin wurde durch die Nachprüfung noch einmal gedrückt.

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AHS hat mehr "ausgezeichnete Erfolge"

84,5 Prozent der Schüler durften über einen positiven Abschluss jubeln, während 13,5 Prozent in mindestens einem Prüfungsteil negativ benotet wurden. 2 Prozent schlossen die Matura nicht vollständig ab – etwa aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund von fehlenden schriftlichen Arbeiten.

Laut Statistik Austria ist die Erfolgsquote von AHS und BHS etwa gleich hoch (84,2 bzw. 84,7 Prozent). Allgemeinbildende höhere Schulen haben aber mit 20,3 Prozent "ausgezeichneten Erfolgen" fast doppelt so viele wie berufsbildende höhere Schulen (10,5 Prozent).

Rechnet man AHS und BHS zusammen, ergibt sich folgendes Bild:



Regionale Unterschiede

Wenig überraschend: Die meisten Matura-Abschlüsse gibt es in Wien. Das liegt natürlich nicht daran, dass die Menschen hier begabter wären, sondern an der höheren Bevölkerungsdichte. Die Bundeshauptstadt ist aber das Schlusslicht, wenn man die erfolgreichen Abschlüsse in Relation zu den angetretenen Schülern setzt.

Wien landet mit 82,2 Prozent auf dem neunten Platz im Bundesländer-Ranking, hauchdünn besser schnitt Tirol mit 82,6 Prozent ab. Die Spitzenreiter sind das Burgenland (88 Prozent), die Steiermark (87 Prozent) und Kärnten (86,5 Prozent).



Der allgemeine Trend

Diese erste Datenwelle von 2018 erfasst nur den Sommertermin. Es ist somit noch nicht klar, wie viele Menschen in diesem Jahr insgesamt die Matura abgeschlossen haben.

Fest steht aber, dass die Zahl der Reifeprüfungen in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen ist. 1970 legten in ganz Österreich nur knapp über 16.000 Menschen die Prüfung ab, 2010 waren es über 42.000. Danach blieben die Zahlen stabil.



Übrigens: 1970 maturierten doppelt so viele Männer wie Frauen, doch das änderte sich schnell. Die Schülerinnen hatten ihre männlichen Kollegen eine Dekade später beinahe eingeholt. Seitdem legen deutlich mehr Frauen als Männer die Reifeprüfung ab.

In den vergangenen Jahren hat sich die Schere zwischen den Geschlechtern aber deutlich verlangsamt. 2017 legten 24.557 Frauen die Reifeprüfung ab, aber "nur" 18.166 Männer – eine Differenz von 6.391.



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