Sollte dir ein Mazda CX5 oder Mazda 3 fehlen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass diese zwei Männer dafür verantworlich sind: Denn zwischen 5.3.2019 und 11.9.2019 sollen Konrad P. (25) und Szymon C. (26) in Wien und Niederösterreich überaus professionell und mit technischen Hilfsmitteln genau jene Fahrzeuge im ganz großen Stil gestohlen haben. Auch dieser Fall, über den "Heute" berichtete, geht wohl auf die Kappe der kriminellen Auto-Mafia.
Zuerst spähten sie die Autos aus. Dann knackten sie mit einem Kraftdrehschlüssel die Fahrertüre auf, griffen auf die Elektronik der Wagen zu und manipulierten die elektronischen Wegfahrsperren. Mit einem Manipulationsgerät konnten sie den Original-Schlüssel imitieren und das Auto starten. Schnell wurden die österreichischen Kennzeichen entsorgt und neue Vignetten und gefälschte Nummerntaferln aufgebracht. Und schon bewegten sich die Fahrzeuge in Richtung Osten.
Dort wurden die teuren Autos dann in ihre Einzelteile zerlegt und an den Mann gebracht. Die beiden Arbeitslosen verdienten wohl gutes Geld mit der Masche. Doch die Polizei heftete sich mit einer eigenen Soko an ihre Fersen. Weil einer der beiden mit einem gestohlenen Auto in Korneuburg (NÖ) einen Crash verursachte, kam die Polizei dem Duo auf die Schliche. Denn der Pole füllte brav einen Unfallbericht mit seinem richtigen Namen aus. Pech für ihn: Im März klickten die Handschellen.
Am Montag musste sich das Duo wegen schwerem gewerbsmäßigen Diebstahl vor dem Wiener Landesgericht verantworten. Die beiden waren voll geständig und entschuldigten sich: "Es tut uns leid".
Anwalt Erich Gemeiner bewahrte sie vor einer langen Haftstrafe: "Dafür, dass meinen Mandanten 10 Jahre Haft drohte und sie für über 1 Million Euro Schaden verantwortlich sind, haben wir ein faires Urteil erreicht." Der Richter entschied auf 4 Jahre, nicht rechtskräftig. "Ohne Geständnis wäre die Strafe wohl weit höher ausgefallen", ist der Verteidiger zufrieden.