McLaren 720S: Spaßbremse serienmäßig

Mit dem neuen 720S startet McLaren die zweite Generation seiner Super-Series-Modelle.

Sonst fühlt man sich in einem Supersportwagen wie im Jet-Cockpit: Fest verzurrt wie ein Päckchen, mit starrem Blick nach vorn, weil die Fenster kaum mehr als Gucklöcher sind. Komfort? Schnickschnack, wir sitzen ja nicht zum Spaß hier drin. Doch für einmal kann man all die Römer am Straßenrand mit aufgerissenen Augen, aufgesperrten Ohren und Thumbs up sehen. Weil McLaren seinem neuen 720S geradezu eine Glaskuppel spendiert hat, aus der man den vollen Rundumblick hat.

Seit sechs Jahren baut der Ableger des Formel-1-Rennstalls Straßenautos in ernsthafter Stückzahl. Mit der gleichen Philosophie wie die Rennwagen: Erst die Funktion, dann das Design. Was voll aufgeht, weil dabei die klassische Keilform mit hinreißenden Wölbungen herauskommt. Alien-artig wirkt der 720S von vorne, weil die riesigen Scheinwerfer Licht raus und Luft hinein lassen. Überhaupt geht es von vorne bis hinten um Aerodynamik, damit kein Milliliter Sprit vergeudet wird. Selbst zum Verzögern nutzt der Zweisitzer den Wind – per aufstellbarer Spaßbremse, die in nur 2,8 Sekunden aus Tempo 100 den Anker werfen hilft. Das ist ein Zehntel schneller als der Spurt aufs gleiche Tempo dauert.

Kein Spaß also? Oh doch. Im flach auslaufenden Heck toben sich – na, sowas – genau 720 PS aus einem Biturbo-V8 mit 4,0 Litern Hubraum auf der Hinterachse aus. Und die haben leichtes Spiel mit dem dank Carbon-Monocoque und Alu nur 1283 Kilogramm schweren Auto. Justierbare Traktionskontrolle, messerscharfe Lenkung – nur auf der Rennstrecke spürt man, wie präzise der 720S abgestimmt wurde. Aber dank dem mit Lack und Leder aufgewerteten Interieur kommt der Spaß auch im Alltag nicht zu kurz.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
MotorsportMotorsportMcLaren

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen