Meditieren unter Drogen kann der Psyche helfen

Alice trifft im Wunderland auf eine Raupe, die Wasserpfeife raucht. Archivbild, 1951
Alice trifft im Wunderland auf eine Raupe, die Wasserpfeife raucht. Archivbild, 1951Bild: imago stock & people
Eine neue Studie der Uni Zürich zeigt: Wer unter Psychedelika meditiert, kann seine Lebenseinstellung nachhaltig verbessern.
Auf einem Meditations-Retreat Pilze einschmeißen und den Trip des Lebens erfahren? Was nach verrückten Hippie-Ferien klingt, könnte nachhaltig die Lebenseinstellung von Menschen verbessern, so eine Studie der Universität Zürich.

Die Forschenden haben die Auswirkungen der Achtsamkeits-Meditation in Kombination mit der Substanz Psilocybin – einem Halluzinogen, das in Pilzen vorkommt – untersucht. Dafür hat man 38 Personen für fünf Tage zum Meditieren fernab ihrer gewohnten Umgebung geschickt. Die Hälfte der Gruppe bekam am vierten Tag eine Dosis Psilocybin verabreicht, der Rest lediglich ein Placebo.

Positive Effekte halten bis zu vier Monate an



Direkt vor und nach der Meditations-Session unter der Wirkung des Halluzinogens haben die Forschenden die Hirnaktivität der Probanden gemessen – und zwar mit besonderem Augenmerk auf die Hirnareale, die bei unserer Selbstwahrnehmung eine wichtige Rolle spielen. Jene, die Psilocybin zu sich genommen hatten, nahmen die Grenze zwischen sich und der Außenwelt als lockerer wahr.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Diese Erfahrung mit Psilocybin könne positive Auswirkungen haben, da sie die gewohnten Perspektiven auf uns selbst, das Leben und andere vorübergehend verändern könne, so Lukasz Smigielski, Co-Autor der Studie, gegenüber dem Wissenschaftsportal "Higgs".

Dies führe zu verbesserten psychosozialen Funktionen, wie der Stimmung, Lebenseinstellung, Spiritualität und Umgang mit Leuten. Befragungen nach der Untersuchung haben gar ergeben, dass die positiven Effekte auch vier Monate später noch anhalten.

Mögliche Behandlung gegen Depressionen



Wichtig zu erwähnen, ist jedoch, dass alle 38 Probanden bereits viel Erfahrung im Meditieren besaßen. Bei Personen ohne Meditationserfahrung könnten die Wirkungen demnach weniger positiv ausfallen. So können Meditierende laut Smigielski die durch Psychedelika ausgelösten emotionalen Prozesse besser regulieren und sind dadurch auch weniger gefährdet, Horror-Trips zu erleben.

Das Einbeziehen von psychoaktiven Substanzen könne laut Studie neue therapeutische Perspektiven eröffnen und zukünftig beispielsweise in Behandlungen gegen Depressionen oder Suchtprobleme eingesetzt werden.

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