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Medwedew: "Dieses Kind hörte heute auf zu träumen"

Tennis-Star Daniil Medwedew verlor den Final-Krimi von Melbourne gegen Rafael Nadal. Nach der Niederlage sorgte er mit einem Monolog für Aufsehen.
Sebastian Klein
30.01.2022, 19:45

Nach fünfeinhalb Stunden und einer zwischenzeitlichen Zwei-Satz-Führung musste sich Daniil Medwedew am Sonntag im Endspiel der Australian Open Rafael Nadal geschlagen geben. Der Russe verlor einen epischen Tennis-Fight gegen den neuen alleinigen Rekordhalter – Nadal feierte seinen 21. Grand-Slam-Titel. Roger Federer und Novak Djokovic halten bei je 20.

Beim unterlegenen Kontrahenten saß der Stachel offenkundig tief. Bei der Pressekonferenz im Anschluss an das Marathon-Finale hielt Medwedew einen langen Monolog, in dem er sich an seine ersten Erfahrungen und Träume als Jugendspieler erinnerte. Ein Kind mit großen Träumen, so beschrieb sich der Star. Aber: "Dieses Kind hörte heute auf zu träumen."

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Medwedew ging nicht ins Detail, was er damit genau meinte. Er fühlt sich als Russe von vielen Tennis-Fans benachteiligt, kündigte mögliche Konsequenzen an: "Künftig spiele ich vielleicht lieber ein Hartplatz-Turnier in Moskau als bei den French Open oder in Wimbledon."

Denn: "Ich spiele nur mehr für mich selbst. Für meine Familie. Um für meine Familie zu sorgen. Und für alle Russen. Denn hier fühle ich mich unterstützt."

Auch wenn es Medwedew nicht direkt anspricht. Er fühlt sich aber offenbar vom Publikum gekränkt, das ihn im Turnierverlauf ausgebuht hatte. Medwedew hatte den Kanadier Felix-Auger-Aliassime im Viertelfinale in fünf Sätzen geschlagen. Nach dem Matchball hatte er offenbart, woran er während der Partie gedacht hatte. Und dafür Buh-Rufe geerntet: "Felix hat großartig gespielt. Ich habe nicht wirklich gewusst, was ich machen soll. Ich weiß nicht, ob das die Leute hier hören wollen, aber ich habe mich selbst gefragt: ,Was würde Novak Djokovic jetzt machen?´"

Djokovic hatte bekanntlich wegen seiner fehlenden Coronaimpfung ausreisen müssen. Weil er die Teilnahme bei den Australian Open vor Gericht angefochten hatte (vergeblich), ist der Serbe in "Down Under" derzeit kein Publikumsliebling.

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