Kennen Sie das Tier mit dem Verschwinde-Anus?

So unbekannt diese Quallenart ist, so faszinierend ist sie auch. Zum Beispiel taucht ihr Anus nur dann auf, wenn sie etwas loswerden muss.

"Spektakulär" – so beschreibt Sidney Tamm vom Marine Biological Laboratory in Woods Hole im US-Bundesstaat Massachusetts seine jüngste Entdeckung im Fachjournal "Invertebrate Biology".

Und das ganz zu Recht. Schließlich wies der Biologe nach, dass die Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi) nur dann über einen After verfügt, wenn sie einen benötigt. Macht sie gerade kein großes Geschäft, existiert kein derartiger Kotausgang. "Es gibt dann keine Spur unter dem Mikroskop. Es ist für mich unsichtbar", erklärt Tamm laut Geek.com.

Flüchtiger Anus

Laut Tamm sammeln sich in den transparenten Tieren, die zu den Rippenquallen (Ctenophora) zählen, so lange Verdauungsabfälle an, bis sich die Eingeweide ausstülpen und schließlich eine Öffnung bilden, über die die Ausscheidungen abgegeben werden. Ein Vorgang, zu dem es etwa einmal in der Stunde kommt, so der Forscher weiter. Bei den Larven geschieht es sogar noch häufiger, nämlich etwa alle zehn Minuten.

Der Biologe bezeichnet das Phänomen als flüchtigen Anus, Deutschlandfunknova.de kreierte den Begriff "Verschwinde-Anus".

Ob es weitere Lebewesen mit einem nur sporadisch vorkommenden Anus gibt, ist unklar und soll nun näher untersucht werden.

( F. Riebeling)

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