Nach dem Zwischenfall in der Linzer Justizanstalt bestätigte am Mittwoch eine Sprecherin des Justizministeriums: "Wir können bestätigen, dass es zu einem Vorfall in der JA Linz kam, bei dem ein Insasse gesichert werden musste und es dabei zu Verletzungen kam. Derartige Vorfälle werden immer bei der zuständigen Oberstaatsanwaltschaft zur Anzeige gebracht. Die Justizwachebeamten befinden sich derzeit im Krankenstand. Der Insasse wurde bereits am 4. Juli wieder in die JA Stein rücküberstellt."
Wie berichtet, war ein Drogendealer aus dem Häfen Stein (Krems) zwecks Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Linz am 4. Juli in die Justizanstalt Linz gebracht worden. In der Linzer Anstalt sei es dann zum Vorfall gekommen.
Ein Beamter habe gefragt, warum der hünenhafte Häftling denn so blöd schaue, auf die Antwort: "Das heißt Herr nicht Heast", soll ein Justizwachebeamter gesagt haben: "Solche wie Dich habe ich schon gerne". Der Insasse bekam Handschellen und wurde in der Folge separiert.
Dann soll das Beamten-Quartett auf den fixierten und somit wehrlosen Stein-Insassen eingeschlagen haben. Der Häftling erlitt Hämatome an beiden Augen und eine angeknackste Nase. Nur: Das Brillenhämatom entwickelte sich vor allem am linken Auge extrem, wurde in der Folge sogar hühnereiergroß. Das Opfer musste ins Landeskrankenhaus Krems.
Eine Anzeige wegen des Verdachtes der Körperverletzung wurde erstattet. Die Anwältin des Opfers, Astrid Wagner, fordert nun volle Aufklärung. Für die Beamten gilt die Unschuldsvermutung.