Tiere

Mehr ausgesetzte Tiere wegen Corona-Krise?

Wir haben bei heimischen Tierheimen nachgefragt, ob seit Ausbruch der Corona-Pandemie mehr Haustiere ausgesetzt werden. Die Antworten überraschen!
Heute Redaktion
13.09.2021, 13:57

In den sozialen Medien tauchen seit Ausbruch der Corona-Pandemie immer wieder Meldungen von überfüllten Tierheimen auf. Außerhalb von Österreich scheint dies in einigen Ländern der Fall zu sein, wie mehrere Tierschutzorganisationen und internationale Medien berichten.

Aber wie sieht es in heimischen Tierheimen aus? Werden aufgrund der Corona-Krise mehr Tiere als sonst ausgesetzt? "Heute" hat beim Wiener Tierschutzverein, beim Österreichischen Tierschutzverein und bei der Stadt Wien nachgefragt. Die Antworten überraschen positiv!

Wiener Tierschutzverein: "Nicht überlaufen, ganz im Gegenteil"

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Oliver Bayer vom Wiener Tierschutzverein kann auf Nachfrage von "Heute" die Meldungen von überfüllten Tierheim nicht bestätigen. Es gebe weder mehr Anfragen von Menschen, die ihre Haustiere abgeben wollen, noch verbuche man mehr ausgesetzte Tiere seit der Corona-Krise. Das Gegenteil sei der Fall.

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„ "Momentan erleben wir, wie solidarisch sich vor allem TierfreundInnen in diesen schwierigen Zeiten verhalten."“

Man erhalte viele E-Mails von Menschen, die nachfragen, wie sie für ihr Haustier im Ernstfall vorsorgen können "und mindestens genauso viele Nachrichten von Personen, die aktiv ihre Hilfe anbieten.", freut sich Bayer. Er warnt vor Fake News in den Sozialen Medien. Heimische Tierheime seien definitiv nicht wegen der Corona-Pandemie überfüllt.

Tierquartier - Stadt Wien "Weniger als vorher"

Auch auf Nachfrage von "Heute" beim Tierquartier Wien, wo ausgesetzte und behördlich abgenommene Tiere der Stadt Wien landen, heißt es: "Das mehr Tiere ausgesetzt werden, sehen wir definitiv nicht." Man sei selbst überrascht, hatte man sich doch eigentlich auf eine Zunahme eingestellt und vorbereitet.

„"Wir sind überrascht, dass recht wenig passiert...sogar weniger als davor"“

, heißt es im Gespräch mit "Heute".

Positiv aufgefallen sei zudem, dass auch nicht mehr Notfälle aufgenommen werden müssen, beispielsweise dann, wenn ein Haustierbesitzer wegen Corona ins Spital muss. "Entweder das kommt noch oder die Menschen haben selbst Vorsorge für ihre Tiere getroffen".

Österreichischer Tierschutzverein – es melden sich mehr Menschen, die helfen wollen

Ein ähnlich positives Bild zeigt sich auch beim Österreichischen Tierschutzverein (ÖTV). Auch hier werden seit der Corona-Pandemie nicht mehr Tiere abgegeben.

"Ganz im Gegenteil. Mehr als sonst melden sich Menschen bei uns, die jetzt gerne ein Tier bei sich aufnehmen möchten, was uns natürlich besonders freut.", heißt es auf Nachfrage von "Heute".

Tierparadies Schabenreith - "Mehr Anrufe von Menschen, die Tiere abgeben wollen"

Das Tierparadies Schabenreith ist ein behördlich bewilligtes Tierheim in OÖ. Hier landen ausgesetzte oder behördlich abgenommene Tiere. Hier sieht die Sache etwas anders aus, wie wir auf Nachfrage erfahren. Eine neun Monate alte Hündin wurde drei Tage nach den Ausgangsbeschränkungen auf einer Autobahn in OÖ ausgesetzt. Sie ist jetzt im Tierparadies und heißt Corona.

„"In letzter Zeit erreichen uns vermehrt Anrufe von Menschen, die ihre Tiere dringend im Tierparadies abgeben wollen."“

, heißt es vom Tierparadies Schabenreith.

Die Mitarbeiter vermuten, dass Haustierbesitzer ihre Tiere aus Angst abgeben wollen, nachdem vermehrt Meldungen von infizierten Hunden oder Katzen die Runde machen.

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