Mehr Grün und weniger Autos macht Grätzl "super"

In diesem Bereich entsteht Wiens erstes Supergrätzl.
In diesem Bereich entsteht Wiens erstes Supergrätzl.MA 19, MA 7, MA 41 / Stadt Wien
In Favoriten entsteht ab 2022 Wiens 1. Supergrätzl. Einfahren dürfen nur Anwohner und Einsatzkräfte. Bäume und Fassadenbepflanzung sorgen für Grün.

Nach dem Vorschlag einer multifunktionalen Markthalle am Naschmarkt (Mariahilf), der Vorbild in London steht, nimmt sich Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) nun erneut Anleihen bei anderen Städten. Diesmal ist eine Umsetzung der "Superblocks" in Barcelona, der bereits für internationale Aufmerksamkeit gesorgt hat.

Als "Supergrätzl" kommt diese Idee nun nach Wien. In einem Pilotprojekt soll das Gebiet innerhalb der Gudrunstraße – Leebgasse – Quellenstraße – Neilreichgasse in Favoriten umgestaltet werden. Die zentralen Elemente sind dabei mehr Grün, mehr Freiräume und weniger Verkehr. Zusammen mit Cooling-Maßnahmen soll das die Lebensqualität und das Mikroklima erhöhen. Im Herbst gibt es zu eine erste Infoveranstaltung für die Anrainer.

Favoritner Grätzl mit "idealen Voraussetzungen"

Das Grätzl bringt aus Sicht der Stadt die idealen Voraussetzungen für den Pilotversuch mit. So zeige das gesamte Gebiet in der Wiener Hitzekarte eine hohe Hitzebelastung auf – Maßnahmen zur Kühlung seien hier also dringend notwendig. Das Gebiet ist zudem dicht besiedelt und benötige deshalb mehr Freiräume im direkten Wohnumfeld.

Für neue Freiräume im Gebiet ist der Park am Erlachplatz ein wichtiger Ankerpunkt. Auch die Erhöhung der Verkehrssicherheit ist ein wichtiges Ziel des Supergrätzls: In dem Grätzl befinden sich mehrere Bildungseinrichtungen wie die Mittelschule Herzgasse und mehrere Kindergärten. So wird der Verkehr künftig großteils aus dem Pilotgebiet verbannt. Nur Anrainer, Einsatzfahrzeuge und Müllabfuhr können weiter ungehindert zufahren. 

Daneben wird der Fuß- und Radverkehr gefördert, der öffentliche Verkehr soll an den Außenkanten optimiert werden. Durch die Neuaufteilung des Straßenraumes können Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität, Klimawandelanpassung und Bewegungsfreiheit umgesetzt werden.

Wiener Weg macht "Superblock" zum "sozialen Supergrätzl"

"Mein Credo für die Stadtplanung ist es, mehr kühlendes Grün und Cooling-Maßnahmen in die Stadt zu bringen. Wir wollen die Lebensqualität der Menschen in allen Bezirken weiter erhöhen und vor allem auf die klimawandel-bedingten Hitzeinseln reagieren. Dazu braucht es unterschiedliche Maßnahmen und ich freue mich, dass der 10.Bezirk nun mit dem Supergrätzl ein neues Modell nach internationalem Vorbild und Einbeziehung der Anrainerinnen und Anrainer ausprobiert", erklärt Sima.

Aufbauend auf der Inspiration der internationalen Beispiele hat Wien mit dem "Supergrätzl" einen eigenen Zugang gefunden. Das Planungskonzept legt einen starken Fokus auf das soziale Miteinander und die Teilhabe im Grätzl sowie mehr Grünraum und kühlende Maßnahmen. Längerfristig geht es auch um die Stärkung der lokalen Versorgung, der sozialen Infrastruktur und damit letztendlich der Grätzl-Identität. 

"Mit dem Supergrätzl und dem Programm WieNeu+ machen wir Wiener Grätzl klima- und zukunftsfit. Mit klimafreundlichen und nachhaltigen Lösungen schaffen wir leistbaren Wohnraum und mehr Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner", betont sich auch Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ), selbst Favoritnerin.

Auch Bezirkschef Marcus Franz (SPÖ) freut sich auf das Pilotprojekt: "Favoriten war bereits innovativer Vorreiter durch das Pilotprojekt 50-Grüne-Häuser zur Fassadenbegrünung. Jetzt entsteht das erste Supergrätzl der Stadt hier im Zehnten. Favoriten ist dank zahlreicher nachhaltiger Projekte – wie dem Rasengleis im Sonnwendviertel, nachhaltigem Wohnbau wie in Biotope-City, einem eigenen Solarkraftwerk in der Größe von vier Fußballfeldern in Unterlaa oder der geplanten Energiegewinnung aus den Thermalabwässern der Therme Wien – zum heimlichen Öko-Pionier aufgestiegen". 

Infoveranstaltung im Herbst

Im Herbst wird eine öffentliche Informationsveranstaltung das Projekt vor Ort präsentieren, um gemeinsam mit Bewohner und lokalen Akteure Perspektiven für das Projekt zu entwickeln. So soll die Veränderung zu einer lebenswerten Klimamusterstadt auch für die Menschen im Grätzl direkt erleb- und gestaltbar werden. Im Zuge des Entwicklungskonzepts wird auch eine Testphase konzipiert, im Zuge derer ab 2022 die Umsetzung vorbereitet werden soll.

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