Sky Shield

Mehrere Milliarden – so teuer wird neues Abwehrsystem

Die heimische Bundesregierung einigte sich auf den Ausbau der österreichischen Luftabwehr. Nun sollen auch Langstreckenraketen angeschafft werden.

Michael Rauhofer-Redl
Mehrere Milliarden – so teuer wird neues Abwehrsystem
Das Patriot-Abwehrsystem hat den Blick in den Himmel und schützte den Boden.
INA FASSBENDER / AFP / picturedesk.com

Bereits am Dienstag wurde bekannt, dass Österreich die Anschaffung von Langstreckenraketen mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometer vorhat. Erstmals wird das Bundesheer im Rahmen dieser europäischen Sicherheitsinitiative Langstrecken-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 200 Kilometern anschaffen. Diese dritte Phase von Sky Shield soll bereits heute im Ministerrat beschlossen werden. Geplant ist der Ankauf der Langstreckenwaffen ab 2027. Die Kosten sollen bei 4 Mrd. € liegen. Welches System angeschafft wird, ist noch offen, infrage kommt etwa die Patriot-Raketenabwehr.

Am Mittwoch stellten Bundeskanzler Karl Nehammer, Vizekanlzer Werner Kogler und Verteidigungsministerin Klaudia Tanner im Rahmen des Pressefoyers nach dem Ministerrat die Einzelheiten vor. "Der völkerrechtswidrige, brutale Angriffskrieg Russlands hat die europäische Sicherheitsarchitektur maßgeblich erschüttert. Der Angriff auf die Ukraine hat auch aufgezeigt, wie notwendig eine gemeinsame europäische und lückenlose Luftverteidigung ist. Der Weg dorthin führt über eine Zusammenarbeit bei der Luftraumüberwachung und -verteidigung in Europa", heißt es in einem Statement des Bundeskanzleramts

Im Rahmen des heutigen Ministerrates beschloss die Bundesregierung im Zuge der European Sky Shield Initiative erstmals unter anderem die Möglichkeit zur Anschaffung von Langstreckenraketen bzw. Langstreckensystemen.

So funktioniert das Abwehrsystem:

3 Gefahren sollen abgewehrt werden

Sky Shield ist ein Schutzschirm gespannt über Österreich, um Bedrohungen aus der Luft abzuwehren und die Sicherheit der Österreicher zu gewährleisten. "Es stellt damit eines der wichtigsten militärischen Sicherheitsprojekte der Bundesregierung dar. Neben Österreich beteiligen sich bisher 18 weitere europäische Staaten – darunter auch die Schweiz – am gemeinsamen Abwehrsystem", ist die Bundesregierung überzeugt.

Raketen sollen drei Gefahren abwehren:

  • Angriffe durch Drohnen oder Bedrohung durch fehlgeleitete Drohnen
  • Bedrohung durch militärische Flugzeuge im europäischen Luftraum
  • Bedrohung durch ballistische oder atomare Raketen im europäischen Luftraum

Der neue Schutzschirm soll nicht nur Österreich, sondern weite Teile Europas (19 europäische Staaten beteiligen sich bisher an Sky Shield) gegen Gefahren aus der Luft absichern. Gemeint sind Angriffe durch Drohnen, militärische Flugzeuge bis hin zu Atomraketen. "Die Welt wird immer unsicherer, wir müssen und werden dafür sorgen, dass Österreich als neutrales Land sich vor diesen Bedrohungen schützen kann", sagt Kanzler Nehammer. Während die Regierung den Ankauf der neuen Waffensysteme als vereinbar mit der Neutralität hält, ist die FPÖ ganz anderer Ansicht.

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    <strong>Sky Shield:</strong> So könnte die geplante Luftraum-Verteidigung gegen Raketen und Drohnen aussehen.
    Sky Shield: So könnte die geplante Luftraum-Verteidigung gegen Raketen und Drohnen aussehen.
    APA-Grafik / picturedesk.com

    Dritte Phase vorgestellt

    In allen drei Bereichen – Kurz-, Mittel- und Langstrecke – bestehen für Österreich Fähigkeitslücken, die neben den bereits im "Aufbauplan ÖBH 2032+" vorgesehenen Investitionen in die Luftraumüberwachung und bodengebundene Luftabwehr, durch die Teilnahme an der European Sky Shield Initiative geschlossen werden sollen. Der aktuelle "Aufbauplan ÖBH 2032+" ermöglichte dem Österreichischen Bundesheer bisher keine Fähigkeitsentwicklung im weitreichenden Bereich, insbesondere zur Abwehr von Raketen. Der Beschluss des Ministerrates ermögliche es, diese Lücke künftig schließen zu können, heißt es. Dies stelle einen bedeutenden Beitrag im Rahmen der European Sky Shield Initiative für die umfängliche Verteidigungsfähigkeit im Bereich des Luftraumes Österreichs leisten zu können, dar.

    Am Mittwoch wurde nun die dritte Phase, nämlich die Langstreckenabwehr vorgestellt. "Die ist in Zukunft unser Schutzschild vor derartigen Bedrohungen. Die Phase Drei des Raketenschutzschirms ist ein Meilenstein für die Sicherheit der Österreicherinnen und Österreicher", so Nehammer. Als "historischen Schritt" bezeichnet auch Tanner den Beschluss. "Eine gemeinsame europäische Luftraumüberwachung und -verteidigung ist gerade angesichts der aktuell gewachsenen Bedrohungen richtig und wichtig", erklärte auch Vizekanzler Werner Kogler.

    Die verschiedenen Aufbau-Phasen
    Die verschiedenen Aufbau-Phasen
    APA-Grafik / picturedesk.com

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