"Meine Affen sind weg" – sündteure NFT-Sammlung fort

Immer mehr Kunstschaffende setzen auf Non-Fungible-Tokens, kurz NFT.
Immer mehr Kunstschaffende setzen auf Non-Fungible-Tokens, kurz NFT.Unsplash
Einem New Yorker Kunstsammler wurden NFTs im Wert von mehr als 2,2 Millionen US-Dollar gestohlen. Dies geht aus inzwischen gelöschten Tweets hervor.

"Ich bin gehackt worden. Alle meine Affen sind weg. Bitte helft mir", schrieb der Galerist Todd Kramer, der in der New Yorker Galerie Ross + Kramer arbeitet, in einem inzwischen gelöschten Tweet vom 30. Dezember.

Ein Phishing-Betrug hatte seine Ethereum-Wallet um 15 NFTs im Gesamtwert von 2,2 Millionen US-Dollar erleichtert, darunter vier Affen aus der Sammlung "Bored Ape Yacht Club", wie "Artnews" berichtet. Die Diebe schienen viele der Stücke aus Kramers Sammlung bereits verkauft zu haben, und Twitter-Nutzer und -Nutzerinnen machten sich über das Pech des Galeristen lustig und wiesen darauf hin, dass er mit den NFTs auf ein unreguliertes, dezentrales System gesetzt hatte, das ihm in einer solchen Notlage nicht helfen konnte.

"Mann, wenn es doch nur eine Art Regulierungsbehörde gäbe, die Ihre Investitionen gegen Diebstahl und Betrug versichern könnte", schrieb ein Nutzer etwa in sarkastischem Ton.

Konnten NFTs "eingefroren" werden?

Doch am Ende kam doch eine Behörde zum Zuge. Mit Hilfe der NFT-Plattform Opensea, der nach eigenen Angaben größten NFT-Handelsplattform der Welt, konnte Kramer mehrere seiner NFTs zurückbekommen. Fünf Stunden nach seinem ursprünglichen Twitter-Post schrieb er in einem inzwischen ebenfalls gelöschten Tweet: "Update ... Alle Affen sind eingefroren. Warte auf das Opensea-Team, um reinzukommen. Lektion gelernt."

Die Beteiligung von Opensea löste eine große Kontroverse aus, wobei einige behaupteten, dass NFTs nicht wirklich dezentralisiert sein könnten, wenn es möglich ist, einige davon "einzufrieren", um sie unverkäuflich zu machen. Andere wiesen darauf hin, dass Opensea nur die Möglichkeit der Nutzer und Nutzerinnen eingefroren habe, mit den NFTs über diese eine Website zu interagieren – sie könnten immer noch anderswo gekauft und verkauft werden. Weder Opensea noch der Galerist Kramer reagierten auf Bitten um eine Stellungnahme.

Mit den zunehmend hohen Beträgen, die für NFTs bezahlt werden, steigt auch die Anzahl an Phishing-Betrügereien. Wie "The Art Newspaper" schreibt, ist der Vorfall der jüngste in einer Reihe von öffentlichkeitswirksamen Fällen, die die Verwundbarkeit von Käufern in einem weitgehend unregulierten Markt aufzeigen, darunter das Verschwinden des Schöpfers der Evil-Ape-Serie im Wert von 2,7 Millionen US-Dollar im vergangenen Oktober (wodurch die Investoren leer ausgingen) und der Diebstahl von drei Bored-Ape-Token von einem Sammler im darauffolgenden Monat.

"Cold Wallet" kann vor NFT-Diebstahl schützen

Einige Nutzer und Nutzerinnen schützen sich jedoch, indem sie eine physische Geldbörse, auch "Cold Wallet" genannt, verwenden, die nur mit dem Internet verbunden ist, wenn sie eingesteckt und aktiviert ist. Kramer hatte eine sogenannte "heiße Brieftasche"» verwendet, die ständig mit dem Internet verbunden und damit anfälliger für Betrug ist.

Noch häufiger als Phishing-Betrügereien sind zudem Diebstähle einer anderen Art. Einige Leute haben damit begonnen, NFTs von Kunstwerken zu erstellen, die sie nicht selbst geschaffen haben – ein Problem, für das noch keine einfache Lösung gefunden wurde.

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