Meningokokken-Impfung soll tausende Leben retten

Bild: Fotalia/ Symbolbild

Erstmals ist ein umfassender Schutz vor den häufigsten Meningokokken-Erreger durch Impfung möglich. Diese neuen Möglichkeiten wurden Dienstagabend von Ärzte- und Apothekerkammer mit dem Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) anlässlich des sechsten weltweiten Meningitis-Tages am 24. April im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien präsentiert. Der Aktionstag soll auch der Bewusstseinsbildung dienen.

durch Impfung möglich. Diese neuen Möglichkeiten wurden Dienstagabend von Ärzte- und Apothekerkammer mit dem Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) anlässlich des sechsten weltweiten Meningitis-Tages am 24. April im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien präsentiert. Der Aktionstag soll auch der Bewusstseinsbildung dienen.

Als Auslöser von gefährlichen Infektionen sind die Meningokokken weltweit verantwortlich für Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen oder Blutvergiftungen. In Österreich wurden in den vergangenen Jahren bis zu hundert Fälle von invasiven Meningokokkenerkrankungen jährlich registriert. "Ich glaube sogar, dass die Dunkelziffer höher liegt" erklärte Arnold Pollak, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am AKH Wien.

Jede zehnte Erkrankung tödlich

Durchschnittlich endet in etwa jede zehnte Erkrankung tödlich, in zwei von zehn Fällen bleiben Langzeitfolgen wie Lähmungen oder Amputationen unabwendbar. Besonders gefährdet sind vor allem Kleinkinder und Jugendliche, wobei Säuglinge einem bis zu 17-mal höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt sind. Es kann im Falle einer Erkrankung "sehr, sehr rasch, innerhalb von Stunden, zum Tod kommen", so Pollak.

Kritisch ist laut dem Mediziner der Umstand, dass die Erkrankungen zeitlich oft in die Grippesaison hineinfallen und die ersten Symptome, wie etwa Fieber oder Muskelschmerzen, nur schwer zuzuordnen sind.

Impfstoff steht vor Fertigstellung

Hauptverantwortlich für Erkrankungen sind in Österreich dabei zu mehr als zwei Drittel (67 Prozent) Meningokokken-B-Bakterien. Für genau diesen Erregertypus konnte nun nach längerer Forschung ein neuer Impfstoff entwickelt werden, der nach Kontrollen der EU-Kommission seit Jänner 2013 als zugelassen gilt. Diese Vakzine kann laut Angaben der Ärzte- und Apothekerkammer schon ab dem Säuglingsalter verabreicht werden und ist nun auch in Österreich verfügbar. Eine Immunisierung werde dabei empfohlen, da sie laut der Ärztekammer als einzige einen sicheren Schutz vor der Erkrankung biete.

Das Ziel des sechsten Welt-Meningitis-Tages sei außerdem, die Bewusstseinsbildung zu verbessern und sowohl Ärzte als auch Laien über die Gefahren und Symptome aufzuklären. Um auf die laut Vertretern der Ärzte- und Apothekerkammern "unterschätzte Gefahr" der Krankheit hinzuweisen, wird vom ÖVIH eine Ausstellung in österreichischen Spitälern organisiert, in welcher Jugendliche ihre Werke und Gedanken rund um das Thema "Schützenswerte Zukunft" bis Jahresende präsentieren werden.

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