Menschen mit Hirn- Schäden sind selbstloser

Bild: Fotolia/Symbolbild

Menschen mit einem geschädigten Teil der Amygdala, ein auch Mandelkern genanntes kleines Hirnareal im Temporallappen, neigen zu selbstlosem Verhalten. Das konnten Wissenschafter in einem Vergleich des Verhaltens gesunder und erkrankter Probanden zeigen. Die Studienerkenntnisse legen nahe, dass dieses Hirnareal eine zentrale Rolle bei der Steuerung zwischenmenschlichen Verhaltens einnimmt.

Man weiß bereits, dass die Amygdala bei der emotionalen Bewertung von Alltagssituationen und der Analyse von Gefahren wichtige Bedeutung zukommt. So haben vor einigen Jahren Studien gezeigt, dass Menschen mit einer durch eine Erbkrankheit stark beeinträchtigten Amygdala keine Angst kennen.

Neue Studien würden zudem darauf hindeuten, dass der Mandelkern auch an sozialen Entscheidungsprozessen beteiligt ist, erklärte einer der Studienleiter. Und zwar so, dass Menschen mit einem geschädigten Teil der Amygdala zu einem selbstlosen Verhalten neigen.

Primär will jeder helfen

Die Forscher sehen in ihren Ergebnisse einen Einklang mit der Annahme, "dass Menschen primär und impulsiv helfen und kooperieren, während egoistisches Verhalten erst durch soziale Interaktion gelernt wird - wozu wiederum die basolateralen Amygdala notwendig ist".

Dass nicht die schon früher gezeigte höhere Risikobereitschaft aufgrund verminderter Angst der Grund für die höheren Investitionen ist, konnten die Forscher durch ein parallel durchgeführtes Kontrollspiel ausschließen. Dort ging es darum, Lotterielose zu kaufen - also ein Spiel ohne soziale Konsequenzen. Bei dieser Lotterie zeigten die Versuchspersonen mit Amygdala-Schäden keine höhere Investitionsbereitschaft.

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