Deshalb gibt es in Südkorea jetzt einen Perioden-Shop

Jihye Ahn möchte mit ihrem Shop das Tabu der Menstruation in Südkorea brechen.
Jihye Ahn möchte mit ihrem Shop das Tabu der Menstruation in Südkorea brechen.Screenshot Facebook/ Weltspiegel
Südkorea zählt zu den Ländern, in denen die Menstruation nach wie vor ein Tabu ist. Um damit zu brechen, hat Jihye Ahn einen eigenen Shop eröffnet. 

Die weibliche Menstruation ist das Natürlichste der Welt. Etwa alle 28 Tage bekommen geschlechtsreife Frauen ihre Monatsblutung. Denn wird die monatlich heranreifende Eizelle nicht befruchtet, wird sie vom Körper ausgeschieden. Ein ganz natürlicher und automatisierter Vorgang des weiblichen Körpers, der sich bis zum Eintritt der Wechseljahre jeden Monat wiederholt. Und angesichts der Tatsache, dass die Hälfte der Weltbevölkerung Monat für Monat mit ihr zu tun hat, möchte man meinen, dass ein natürlicher Umgang mit diesem Thema im 21. Jahrhundert mittlerweile gang und gäbe ist. Tja, leider nicht.

Leider ist in vielen Ländern der Welt dieses Thema noch immer mit dem Stigma der Scham, Peinlichkeit und sogar Unreinheit verbunden. Das dürfte wohl der jahrtausendelangen Tradition des Patriarchats geschuldet sein. Denn die ersten, die sich mit der Monatsblutung auseinandersetzten, waren alte griechische Philosophen wie Pythagoras, Hippokrates, Aristoteles, die abstruse Meinungen zu diesem Thema vertraten - etwa, dass das weibliche Blut giftig sei.

Erst im 19. Jahrhundert wurde der Menstruation durch den Evolutionsforscher Charles Darwin eine engere Verbindung mit der Fortpflanzung zugeschrieben. Und vor 63 Jahren, also 1958, bewies ein Würzburger Arzt, dass Menstruationsblut in keiner Weise giftig ist. Das ist noch gar nicht so lange her, wenn man bedenkt, seit wann Menschen die Erde bevölkern. 

Auch in Südkorea ist die Menstruation nach wie vor etwas, worüber man nicht spricht. Jihye Ahn möchte dies ändern. In ihrem "period shop" bietet sie - neben Hygieneprodukten - auch Aufklärung darüber an, welche Möglichkeiten der Monatshygiene es außer Binden noch gibt. Die meisten Frauen sind nämlich nur damit vertraut. 

Zwar wurden auch Tampons, Menstruationstassen und Menstruationsunterwäsche produziert, allerdings konnte man diese Artikel nirgends kaufen. "Deshalb habe ich meinen Shop geöffnet, damit Frauen sich die Produkte ansehen können", erklärt Jihye Ahn. "Frauen sollen eine gesündere Einstellungen zu ihrer Periode bekommen".

Der Erfolg gibt ihr Recht. Mittlerweile kommen auch Väter in ihr Geschäft, um sich Ratschläge zu holen, was zu tun sei, wenn ihre Töchter zum ersten Mal ihre Periode bekommen. 

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