Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Russland auf einer Sitzung der Unionsfraktion nach Angaben von Teilnehmern vorgeworfen, die ukrainische Halbinsel Krim "geraubt" zu haben. Russland hat unterdessen die US-Finanzhilfen für die Ukraine als illegal bezeichnet. Der ehemalige ukrainische Vize-Premier warnte am Dienstag davor, dass Russland nicht bei der Krim stoppen werde.
"geraubt" zu haben. Russland hat unterdessen die US-Finanzhilfen für die Ukraine als illegal bezeichnet. Der ehemalige ukrainische Vize-Premier warnte am Dienstag davor, dass Russland nicht bei der Krim stoppen werde.
"Man kann schon von Annexion sprechen", sagte die Kanzlerin demnach weiter am Dienstagnachmittag in Berlin. Dies dürfe man der nicht durchgehen lassen, ließ Merkel verlautbaren. Von Teilnehmern hieß es weiter, Merkel sei vor der Fraktion einerseits nachdenklich und besonnen, aber auch sehr entschlossen und mit einer "klaren Ansage" aufgetreten.
Sie habe auch bekräftigt, es solle von deutscher Seite aus im Umgang mit der Krise einen Dreiklang geben: einerseits Hilfen für die Ukraine, andererseits auch weitere Gespräche mit Russland, doch müssten Russland auch Grenzen gesetzt werden. Merkel erneuerte demnach in diesem Zusammenhang die Drohung mit Sanktionen.
Russland bezeichnet Finanzhilfen als illegal
Russland hat die finanzielle Unterstützung der USA für die Übergangsregierung in der Ukraine scharf kritisiert. Die geplanten Kredithilfen der USA seien illegal, weil die Regierung in Kiew unrechtmäßig an die Macht gekommen sei, erklärte das Außenministerium in Moskau am Dienstag. Die Verantwortlichen in Washington sollten über die Konsequenzen nachdenken, wenn sie radikale Elemente unterstützten.
So befänden sich unter den politischen Kräften, die zum Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch beigetragen hätten, auch Extremisten mit Sympathien für die Nazi-Ideologie. Die US-Regierung habe sich aber offensichtlich dazu entschieden, die Augen vor diesem Problem zu verschließen. Die EU .
Ehemaliger Vize-Premier: "Russen werden bei Krim nicht stoppen"
Der ukrainische Ex-Vizepremier Oleg Rybatschuk warnt vor einem weiteren militärischen Vorrücken Russlands in die Ukraine. "Sie bewegen ihre Truppen, sie halten die Propaganda in Gang, und sie werden bei der Krim nicht stoppen", sagte Rybatschuk am Dienstag bei einer Diskussion im Europaparlament in Straßburg.
Rybatschuk sagte, Russland wolle "den ganzen Gürtel von Ukraines südlichem und östlichem Teil okkupieren und das Land in eine kleine Insel verwandeln ohne Zugang zum Schwarzen Meer". Es bestehe "die unmittelbare Gefahr eines richtigen Kriegs". Die Ukraine sei bereit zu kämpfen. Der "Anschluss" der Krim an Russland sei mehr, sagte der Ex-Politiker.