Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stellt den Zeitplan für den Kohleausstieg in Deutschland in Frage. "Wir werden möglicherweise laufende Kohlekraftwerke länger am Netz lassen müssen", sagte Merz am Freitag beim "FAZ-Kongress 2026". Eine Rückkehr zur Atomkraft sei für die nahe Zukunft aber keine Option.
"Ich bin nicht bereit, den Kern unserer Energieversorgung aufs Spiel zu setzen, bloß weil wir da vor Jahren Ausstiegsdaten beschlossen haben", betonte der Kanzler bei der Veranstaltung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es sei wichtig, die Energiepolitik "vom Kopf auf die Füße zu stellen".
Merz bekennt sich weiterhin zum Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie müssten aber durch neue grundlastfähige Gaskraftwerke ergänzt werden. Diese sollen kurzfristig an bestehenden Kraftwerksstandorten gebaut werden und "wir werden sie nicht sofort wasserstofffähig machen".
Langfristig setzt Merz große Hoffnungen in den Bau von Kernfusions-Reaktoren in Deutschland. Außerdem kann er sich vorstellen, dass sich Deutschland an der Forschung für kleine modulare Kernreaktoren beteiligt.