Messeropfer: "Hatte Angst, Mama besucht mein Begräbnis"

Der Angeklagte beim ersten Prozess (links), der Tatort U-Bahn.
Der Angeklagte beim ersten Prozess (links), der Tatort U-Bahn.privat, picturedesk.com (Symbol)
Ein Mann rammte einem U3-Fahrgast ein Messer in die Brust. Beide kannten sich vorher nicht. Wegen Mordversuchs bekam der Angreifer zwölf Jahre Haft.

Verbales Sticheln handelte einem U-Bahn-Fahrgast einen beinahe tödlichen Lungenstich ein: Nach einer lapidaren Bemerkung über seine Freundin brannten Raphael L. (25) am 26. Juni um halb ein Uhr früh plötzlich die Sicherungen durch. Mit einem 13 Zentimeter langen Küchenmesser stach der Betrunkene nach einem Gerangel zweimal auf den ihm vorher völlig unbekannten Vedran M. ein. "Wäre einer der beiden Einstichwinkel um wenige Grad abgewichen, hätte es M. das Leben gekostet", erklärte ein Gerichtsmediziner am Montag am Wiener Landl. Eine Not-OP rettete dem Hobby-Skater das Leben.

Opfer sagte zum zweiten Mal aus

"Ich hatte schon Angst, dass meine Mutter zu meiner Beerdigung kommen muss", schilderte das 29-jährige Opfer. Der durch Überwachungskameras der Wiener Linien gut dokumentierte Messerangriff im Zug landete bereits zum zweiten Mal vor einem Schwurgericht. Der Angeklagte bestritt eine Tötungsabsicht: "Es tut mir leid." Ende November entschieden die Geschworenen auf schwere Körperverletzung – alle drei Berufsrichter widersprachen und setzten das Urteil aus. Das neue Urteil: Mordversuch und zwölf Jahre Haft, nicht rechtskräftig.

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