Mit einem Assist auf Lionel Messi und dem zwischenzeitlichen 2:1 in der Verlängerung war Lisandro Martinez der Matchwinner beim dramatischen 3:2-Sieg gegen Kap Verde und schoss Argentinien ins WM-Achtelfinale. Nach dem Spiel ließ der Innenverteidiger tief blicken und gestand schwere vergangene Monate, in denen er seine Karriere beenden wollte.
Hintergrund: Im Februar 2025 zog sich Martinez im Spiel gegen Crystal Palace mit Trainer Oliver Glasner einen Kreuzbandriss zu. "Nach meiner Kreuzbandverletzung im vergangenen Jahr habe ich darüber nachgedacht, mit dem Fußball aufzuhören", schilderte der Argentinier.
Der Manchester-United-Verteidiger schilderte, wie schwer ihn die Verletzung getroffen hatte. "Ich wollte einfach nicht mehr leiden. Ich hatte zuvor schon andere schwere Verletzungen, aber diese Verletzung war ehrlich gesagt die schlimmste. Sie hat mich völlig aus der Bahn geworfen."
Die Wende brachte schließlich ein ganz besonderer Moment in seinem Privatleben. "Als meine Tochter zur Welt kam, hat sich alles wieder eingependelt. Ich habe gesehen, was meine Frau bei der Geburt geleistet hat, und da habe ich mir gesagt: Wie könnte ich da aufhören zu kämpfen?"
Bis zu seinem Comeback im November 2025 sei die Zeit dennoch extrem belastend gewesen. "Wenn ich heute an alles denke, was ich wegen dieser Verletzung durchgemacht habe, könnte ich weinen. Meine Tochter und meine Frau haben alles verändert. Plötzlich hatte ich eine völlig andere Perspektive."
In den schwierigsten Momenten orientierte sich Martinez an seinem Kapitän Lionel Messi. "Ich habe immer an Messi gedacht. Er kämpft für dieses Trikot wie kein anderer. Als ich verletzt war, war er die Person, an die ich gedacht habe, damit ich niemals aufgebe."
Auch für den Weltmeister von 2022 findet der Verteidiger nur Superlative. "Leo ist jetzt 39 Jahre alt, hat alles gewonnen und muss niemandem mehr etwas beweisen. Trotzdem kämpft er in jedem Spiel. Er ist der beste Sportler der Geschichte. Wenn selbst der Größte aller Zeiten diese Leidenschaft hat, wie könnten wir dahinter aufhören zu kämpfen?"