Metaller freuen sich über "Ausgleich für 12-h-Tag"

Während sich Gewerkschafter freuen, den Zwölfstundentag "verteuert" zu haben, bezeichnet die FPÖ die "Spielräume des neuen Arbeitszeitgesetzes" als klug genutzt.
Die freiheitliche Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch gratuliert am Montag den Metallern angesichts der am Sonntag abgeschlossenen Kollektivvertrags-Verhandlungen. "Eine herzliche Gratulation und ein Dankeschön darf ich heute im Namen der FPÖ in Sachen Lohnabschluss für die Metalltechnische Industrie an Sozialpartner, Gewerkschafter und Wirtschaftskammervertreter richten", heißt es in einer Aussendung.

Für die FP-Nationalratsabgeordnete habe sich das neue Arbeitszeitgesetz damit schon bewährt, denn Belakowitsch meint dazu, man habe "die Spielräume des per 1. September 2018 in Kraft getretenen Arbeitszeitgesetzes klug genutzt".

Zugleich teilt die Sozialsprecherin gegen die SPÖ aus. Die für Freitag einberufene Sondersitzungen habe sich somit als "Theaterdonner ohne Substrat" erwiesen.

"Die Sozialpartner und insbesondere die Arbeitnehmervertreter brauchen die Hilfe einer scheintoten Sozialdemokratie nicht, sondern regeln die Dinge selbst. Das sollten Rendi-Wagner und Co endlich zur Kenntnis nehmen, denn wenn sich die SPÖ darum kümmert - siehe Zuwanderung in den Arbeitsmarkt und Sozialstaat - dann ist der Verrat an den Interessen der österreichischen Arbeitnehmer perfekt", so Belakowitsch.

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Etwas anders beurteilen das die Betroffenen bzw. die Arbeitnehmervertreter. "Die Bundesregierung hat es möglich gemacht, dass zwölf Stunden angeschafft werden können, ohne dass sich die Arbeitnehmer wehren können." Deshalb war es der Gewerkschaft ein besonderes Anliegen, hier im Ausgleich für die Mitarbeiter etwas zu erreichen: "Wenn wir schon gezwungen werden mehr zu arbeiten, sollte sich das auswirken", so Chefverhandler Wimmer.

Tragfähiges Gesamtpaket

Nach Abschluss der Verhandlungen am Sonntagabend konnten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf 3 bis 4,3 Prozent mehr Gehalt für die rund 130.000 Beschäftigten einigen. "Wir haben die elfte und zwölfte Stunde und die 51. Stunde in der Woche ebenfalls mit 100 Prozent verteuert", so Pro-Ge-Chef Rainer Wimmer. "Dazu kommt noch, dass hier eine bezahlte Pause von zehn Minuten zu gestatten ist." Somit müsse nun jedes Unternehmen für sich entscheiden, ob sich eine elfte und zwölfte Arbeitsstunde überhaupt lohnen.

Auch Lehrlinge erhalten künftig im Schnitt um 10 Prozent mehr. Mit der Einigung sind von der Gewerkschaft angekündigte Streiks somit vom Tisch.

Für WKO-Präsident Harald Maher ist der Abschluss der KV-Verhandlungen als "tragfähiges Gesamtpaket" zu werten. "Aus Sicht der Unternehmen ermöglicht die vereinbarte Lohn- und Gehaltserhöhung, die Belastungen noch in Grenzen zu halten und gibt den Betrieben damit weiterhin Spielraum für zukünftige Entwicklungen", so Mahrer am Montag.

Die Arbeitgeber ließen nach Abschluss wissen, dass es eine "harte Nuss zu knacken" galt. Solche Verhandlungen wolle man nicht jedes Jahr führen müssen. (red)

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